Der 25. Februar wird wohl im kollektiven Gedächtnis der Stadt Innsbruck als Start in den Coronawahnsinn verankert bleiben. Innsbruck war wieder wer in der Republik. Wir hatten die ersten beiden offiziellen Coronauten Österreichs. Die Polizei bewachte das Hotel Europa mit den infizierten italienischen Insassen wie ein Gefängnis. Legendär der Passant, der sich an der Staatsgewalt während eines Fernsehinterviews samt E-Scooter vorbeischleichen konnte. Die Folge der italienischen Pest waren Hamsterkäufe apokalyptischen Ausmaßes, Panik und tagelange Diskussionen rund um Klopapier und Nudelvorräte. Der junge Herr mit der modischen Gasmaske als Einkaufshilfe kann wohl ruhigen Gewissens als Äquivalent zum Büffelmann im Kapitol gesehen werden. Es war aufregend, etwas Neues. Wer hätte damals gedacht, dass wir knapp 3 Wochen später alle auf Geheiß unseres gütigen Landesvaters Günter P. eingesperrt sein würden, die Tiroler VP sich als unfähiger Haufen outen und die Nerven derart blank liegen würden, dass Vizelandesvater Josef G. sich dazu hinreißen lässt eine junge Umweltaktivistin als „widerwärtigs Luada“ zu titulieren. Nein, der 25. Februar war ein großes Abenteuer, rein und pur wie ein Neugeborenes. Endlich war Innsbruck wirklich Weltstadt! Der Nabel Österreichs. auf einer Stufe mit Mailand und Wuhan. Ischgl, der Skandal um Hörls SMS und Tilgs Interview bei Armin Wolf waren noch fern. Schön ist bestimmt nicht der richtige Ausdruck um den 25. Februar zu beschreiben. Eher war es prickelnd, wie ein Eiswürfel im Hemd, der sich vom Kragen langsam den Weg über den Rücken zur Arschritze bahnt. Du magst nicht, was passiert und weißt es wird nicht gut enden, kannst auch nichts dagegen machen. Der Typ, der dir den Eiswürfel in den Nacken gelegt hat allerdings denkt sich: „Alles richtig gemacht.“