25 Tote – Dem Himmel so nah

Die italienische Küstenwache hat auf einem Flüchtlingsboot mindestens 25 Leichen gefunden (ORF-Meldung vom 1.8.). Banal, angesichts des Wetters und Amys Tod?

So etwas bräuchten wir heutzutage dringend: Asylring am Notre-Dame. Wer ihn berührte, war - vorübergehend - vor Verfolgung sicher (wikipedia/Myrabella)

„Dem Himel so nah“: Ei, war das ein schöner Film: Keanu Reeves, dessen Portrait ja für viele unserer Leserinnen einen ganzen Film ersetzen könnte, schafft es, einem verbrannten Weinstock, dessen Wurzeln die Feuersbrunst überlebt haben, neues Leben einzuhauchen.

Dem Himmel so nah sind aber nicht nur die Gefühlswolken, die uns aus diesem Film entgegendampfen. Dem Himmel so nah sind auch viele Menschen, deren irdisches Leben in Gefahr ist: Krieg, Gewalt, Missbrauch und Armut sind nur für diejenigen abstrakte Dinge, die ihren Fernsehapparat mit der Wirklichkeit verwechseln.

Ob es uns passt oder nicht, …

… wir unterliegen als Menschen der moralischen Verpflichtung, denen unter die Arme zu greifen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Dazu gehören auch die, die über die umzäunten Grenzen unserer Gemütlichkeit zu uns gelangen, oftmals nur unter Aufbietung aller Kräfte und in großer Lebensgefahr.

Schönen Urlaub!

Wenn Sie das nächste Mal Ihren Urlaub in Malta oder sonstwo am Mittelmeer verbringen, fragen Sie doch einmal zwischen Espresso und Amaretto einen Fischer, was ihm außer Fischen sonst noch so in seine Netze gerät.

Feinde oder Menschen, die uns brauchen (wikipedia/J. Edwards)?

Doch zurück zu unserem Film: Es braucht viel, um aus einem verbrannten Weinstock neues Leben, neue Fülle und neue Freude wachsen zu lassen. Aber es geht, wenn man will. Und im Umgang mit unseren Asylwerbern kommt es auch nur auf unser Wollen an. Können täten wir ja. Aber wollen … ?