Es gilt als das Snowboarder Festival schlecht hin: Das Air & Style, eines der bekanntes Freestyle Events weltweit. Am 5.Dezember 2009 geht der Freestyle Contest in die nächste Runde – dabei ist das Event doch nichts anderes, als eine lärmende Saufveranstaltung mit ein paar Sprüngen zwischendrin…

air_and_style_2009

Zunächst aber, die Entwicklung des Festitvals Air and Style:

3 Orte und eine Massenpanik

Es war das Jahr 1993 als Andrew Hourmont als Snowboard Fotograph mehrere professionelle Rider dazu animierte, bei einem kleinen Snowboard Contest im Bergisel Stadion mitzumachen. Er rechnete dabei mit 500 Zuschauern, es kamen aber über 5000 Fans auf den Hügel oberhalb von Innsbruck und machten aus der Veranstaltung das größte Snowboarder Event der Welt. Mit den Jahren stiegen die Besucherzahlen sowie Preisgelder immer weiter, bis es im Jahr 1999 zu einer  Tragödie kam. Am Ende des Nokia Air & Style 1999 drängten die 45000 Fans im Bergisel Stadion auf die zu klein dimensionierten Ausgänge zu. Es kam zu einer Massenpanik, bei der 5 Menschen an den Folgen von Quetschungen ums Leben kamen. Daraufhin genehmigte die Stadt Innsbruck keine weitere Air & Style Veranstaltung mehr und schickte das Event auf die Suche nach einem neuen Austragungsort.
Gefunden wurde die Olympiaregion Seefeld, die aber wegen der etwas älteren Zielgruppe nicht wirklich für das Snowboarder-Event geeignet war. 2005 ging es daher weiter nach München ins Olympiastadion. Zwei Jahre später erkannte die Stadt Innsbruck scheinbar, den enormen Marktwert der Veranstaltung und signalisierte Verhandlungsbereitschaft. So kam es 2008 zu einer Rückkehr an den Entstehungsort, allerdings nur noch mit 12.000 Zuschauern. Am 5. Dezember – fast genau 10 Jahre nach dem tragischen Unglück – geht das Sportevent in die nächste Runde.

Viel Geld für…???

Der Ticketpreis liegt 2009 bei 45 Euro – fast 10 Euro mehr als beim Air & Style 2008. Nun sind steigende Preise für ein erfolgreiches Event nichts unnatürliches, aber es muss mir wirklich mal jemand erklären, wer für viel Geschrei und ein paar Sprünge soviel Geld ausgibt. Und es geht auch noch teurer:  Für eine sogenannte VIP-Karte muss man ganze 127 Euro auf den Tisch legen. Dafür bekommt man einen Sitzplatz auf der VIP-Tribüne, Essensgutscheine sowie ein Billabong – Eventshirt dazu. Super!

AirandStyle09

Für was so viel Geld ausgeben? Die Zuschauer sehen anscheinend laut Homepage die 16 weltbesten Snowboarder, wie sie sich über einen überdimensionalen Kicker stürzen. In 3 Durchgängen wird so der Gewinner des Air & Styles 2009 ermittelt, den ein sattes Preisgeld erwartet. Zusätzlich treten die schwedische Rockband „The Hives“ und die Hip Hop Gruppe „K.I.Z.“ auf. Letztere verraten mit Songs wie „Halt die Fresse“ schon im Voraus, um was für eine anspruchsvolle Art von Musik es sich hierbei handelt.
Ich weiß natürlich, dass ein Musikkonzert immer seinen Preis hat und mit „The Hives“ hat man ja tatsächlich eine international bekannte Band im Programm, aber trotzdem kann ich den Hype um dieses Event nicht verstehen.

Ich gebe zu, ich bin nicht wirklich in der Szene aufgewachsen. Mir gefallen aber durchaus tolle Tricks und spektakuläre Sprünge auf dem Board, aber dafür 45 Euro zahlen? Wieso nimmt man Freestyle – Skiing nicht mit in das Programm auf – immerhin zeigen die Skifahrer mittlerweile fast kompliziertere Sprünge als Snowboarder. Mehr Sport, weniger Lärm – wie wärs damit?

Aber seis drum, solange es genügend finanzkräftige Jugendliche gibt, die sich 5 Stunden lang die Ohren vollschreien lassen und in der Kälte rumstehen, solls mir recht sein. Mir reichen schon diese 2 Minuten Video…

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=PWoRnGdQiok&feature=related[/youtube]

Übrigens gibt es sogar einen Stream, bei dem sich die 45 Euro Eintritt sparen kann und auch live dabei ist: Vielleicht schau ich am 5. Dezember 2009 ja mal rein…