Aus für die Downhiller in der 6er Bimm

Da zeigt die Sportstadt Innsbruck wiedermal viel Fingerspitzengefühl. Ein indirektes Radfahrtverbot. Toll. Ich kann mich noch ganz gut an die 90er erinnern, als man um jeden Preis das Mountainbiken auf Forstwegen verbieten wollte. Nun soll es den Downhillern an den Kragen gehen. Manni Scheiderbauer von der AIN hat das ganze in seiner Pressemeldung gut verpackt.

Verbot für Downhill-Räder in den Linien 6 und J bitte zurücknehmen!

Durch das seit 15. April gültige Verbot für die Mitnahme von Downhill-Bikes in der Linie 6 und am Südast der Linie 6 werden die Konflikte zwischen den Interessensgruppen am Paschberg nicht beseitigt. Wir wollen die für dieses Verbot Verantwortlichen daran erinnern, dass auch DownhillerInnen Fahrgäste und somit zahlende KundInnen der IVB sind. Manche haben vielleicht eigens Zeitkarten erworben, um ihren Sport ausüben zu können, und mussten nun mit nur fünf Tagen Vorlaufzeit erfahren, dass ihre Ausgaben umsonst waren.

Auch die politische Vorgangsweise war unsauber. Sportstadtrat Vbgm. Christoph Kaufmann hat die Vereinbarung mit den IVB unseres Wissens nach ohne Absprache mit Mobilitätsstadträtin Vbgm. Sonja Pitscheider getroffen. Er hat damit sein konservatives Klientel bedient, nämlich bestimmte Wald- und GrundbesitzerInnen am Paschberg, die eine solche Maßnahme schon seit langer Zeit fordern. Und das auf dem Rücken der zahlreichen, vor allem jungen DownhillerInnen, die die zwar “illegalen”, aber auch für AnfängerInnen geeigneten Trails am Paschberg genutzt haben.

Diese jungen SportlerInnen haben jetzt keine Möglichkeit mehr, ihrem Sport nachzugehen, denn der Single-Trail auf der Nordkette ist vielen zu schwierig und die Auffahrt ist außerdem nicht mit dem kostengünstigen Kernzonenticket möglich. Der Sportstadtrat hat durch den Missbrauch des öffentlichen Nahverkehrsdienstleisters für seine Zwecke seine Aufgabe hier klar verfehlt. Tatsache ist auch, dass es dem Fahrpersonal nicht zuzumuten ist, Downhill-Bikes von Mountainbikes und Downhill-Outfit von Mountainbike-Outfit zu unterscheiden und allein aufgrund dessen bestimmte Fahrgäste mit ihren Sportgeräten von der Fahrt auszuschließen und andere nicht. Sollen die FahrerInnen an jeder Haltestelle ihren Arbeitsplatz verlassen, um die Sportgeräte von eingestiegenen Fahrgästen zu inspizieren? Dass das kaum machbar ist, zeigte eine Nachfrage beim Fahrpersonal bereits am ersten Tag. Aufgabe der FahrerInnen ist es, zu fahren und dabei den Fahrplan einzuhalten, und nicht das Aussortieren von Fahrgästen. In der Praxis würde allenfalls ein totales Fahrradmitnahmeverbot funktionieren.

Zu guter Letzt wird auch die Auslastung v.a. der Linie 6 am Ausbleiben der DownhillerInnen leiden, die Fahrgastzahlen werden sinken. Das kann nicht im Interesse der IVB liegen!
Wir fordern die Innsbrucker Verkehrsbetriebe auf, das Transportverbot zurückzunehmen.

An die Politik ergeht die Aufforderung, die Konflikte zwischen einem Teil der DownhillerInnen und anderen WaldbenützerInnen durch das rasche Anlegen legaler Downhill-Trails am Paschberg zu lösen, und zwar, wenn notwendig, auch gegen die Interessen von Wald- und GrundbesitzerInnen. Wir erinnern auch daran, dass dies von der regierenden Partei Für Innsbruck vor mittlerweile bereits fünf Jahren politisch versprochen wurde.