Comic Profilbild bei Facebook – der Schneeballeffekt

Wer gestern beim sozialen Netzwerk Facebook online war, der war wahrscheinlich wie ich erst mal ziemlich verwundert. Statt den vertrauten Gesichter, lachten mich auf einmal ziemlich viele Comic-Figuren an.

He-Man, Schlumpfine, Lucky Luke, die Gummibärchis, Sailor Moon, Obelix oder eben doch Pikachu…die Liste ließe sich noch unendlich fortführen, viele sprangen auf den Social Media Hype auf. Auch ich finde die Aktion ziemlich lustig und änderte sofort mein Profilbild. Statt meines sonst so charmanten Lächelns, sabbert auf meinem Profilbild jetzt ein Hund mit weit raushängender Zunge meine Freunde an. Odie grüßt!

Comic Profil Bilder bei Facebook- wie kommt es dazu?

Die Frage ist natürlich – wie kommt es dazu, dass plötzlich alle durchdrehen und ihr Profilbild ändern? Bisher ist es nicht bekannt, wer der Auslöser war – es kursiert seit ein paar Tagen schlichtweg diese Nachricht über die Pinnwände: „Ersetzt zwischen dem 12. und 18. November euer Profilbild auf Facebook durch ein Comic-Bild aus eurer Kindheit.“ Die Aktion schien auf Sympathie zu stoßen, viele sprangen auf, und gegen Ende sind nicht mehr wirklich viele „richtige“ Gesichter unter den Freunden zu sehen. Facebook verliert sein Gesicht – die Ironie der Terminologie!  Ein Brüller!

Die ganze Aktion demonstriert aber auch in beeindruckender Weise, wie gut das Schneeballeffekt doch funktioniert. Irgendjemand fängt damit an, haut all seine Freunde an mitzumachen, die steigen drauf ein, laden andere Freunde ein und plötzlich ist es ein Massenphänomen. Was viele Unternehmen oftmals vergeblich versuchen, klappt perfekt in der Privatwelt. Wunderbar!

Nichts neues in Facebook

Auch wenn die Aktion jetzt für viel Aufsehen erregt, neu ist das Ganze nicht. So gab es schon bei einem verstaubten anderen sozialen Netzwerk namens Studi-VZ (ja, sowas gabs auch mal!!) zu der Fußball-Europameisterschaft 2008 einen ähnlichen Hype. Jeder der sich halbwegs vom Fußballfieber anstecken lies, tauschte damals sein Profilbild gegen die Nationalflagge seines favorisierten Teams ein. Auch damals gab es fast keine Gesichter mehr zu sehen.

Auch bei Twitter gab es einen ähnlichen Fall: Bei der sogenannten grünen Revolution im Sommer 2009 im Iran, versahen viele User ihre „Avatare“ (so heißen die kleinen Profilbilder im Fachjargon) mit einem grünen Schleier, um ihre Solidarität mit den protestierenden Bürgern zu zeigen.

Verblöden jetzt alle?

Anders als die Solidaritätsbekundung bei Twitter haben die hippen Comicfiguren bei Facebook überhaupt keinen weiteren Sinn. „Wieso also mitmachen, bei dem Schmarrn?“ denken sich viele und Hinterfragen die Zurechnungsfähigkeit ihrer Freunde. Es ist wohl einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks – und da viele Comicfiguren mit ihrer Kindheit verbinden ist es wohl schlichtweg ein kleiner Versuch aus dem tristen Alltag in die schöne, rosarote Kinderwelt zu flüchten.

Ich versteh also alle, die darauf keine Lust haben und solchen Aktionen den Rücken zukehren – alle anderen, verspielten, nie erwachsen werdende Großkinder sind aber herzlich eingeladen, mir ihr aktuelles Comicavatar bei Facebook zu zeigen! Hinterlasst einfach eine Kommentar auf der Tirol Blog Facebook Seite! 🙂

Es grüßt – Odie!

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