Darum solltest du die SPÖ wählen….

Gerhard ReheisDie zweitschnellste Partei bei der Beantwortung unserer Fragen zur Tiroler Landtagswahl ist die SPÖ.

1) Wie kann Wohnen in Tirol leistbarer werden?
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und Tirol ist ein teures Pflaster. Ein Großteil der Lebenshaltungskosten entfällt auf das Wohnen. „Wir müssen dafür sorgen, dass den Menschen erschwinglicher Wohnraum zur Verfügung steht“, ist das Ziel für SPÖ-Spitzenkandidat Gerhard Reheis klar. Dafür reicht es aber nicht, an einer Schraube zu drehen, wir müssen schon miteinander mit dem Werkzeugkoffer anrücken. Gemeinden, Wohnbauträger und das Land Tirol müssen zusammenarbeiten.
Wohnungen, die aus Spekulationsgründen leer stehen und das Horten von Bauland treiben die Kosten nach oben. Diesen Fällen kann mit Besteuerung (z.B. wenn Wohnungen mehr als sechs Monate leer stehen) und Rückwidmungen von nicht bebautem Bauland (außer Baugründe für die eigenen Kinder) entgegengewirkt werden. So kommen mehr Wohnungen bzw. Bauland auf den Markt und im Sinne von Angebot und Nachfrage, sinken dann die Preise.
Die SPÖ Tirol steht dafür, die Mittel der Wohnbauförderung zweckzuwidmen. Das brächte jährlich 50 Mio. Euro mehr für den geförderten Wohnbau und damit Raum für neue, intelligente und auch erschwingliche Wohnformen. Bis zum Jahr 2020 sollen 15.000 neue, gemeinnützige Wohnungen entstehen. Den Schritt in die Unabhängigkeit will die SPÖ mit günstigen Startwohnungen für junge Menschen erleichtern.
Die Mindeststandards für geförderte Wohnungen müssen überdacht werden. Es braucht z.B. nicht, wie in manchen Gemeinden vorgeschrieben, zwei oder drei Parkplätze pro Wohnung. Auch das wirkt sich auf die Kosten aus.

2) Wie können wir dem immer stärker werdenden Individual- und Güterverkehr Herr werden?
Der öffentliche Verkehr muss forciert werden. Das Angebot in den Seitentälern, in den Abendstunden sowie Nightliner sind einige Punkte. Davon profitiert auch der ländliche Raum. Zudem müssen die Tickets günstiger werden. Wie in Wien sollte es Jahreskarten um 365,- Euro geben. Zudem wollen wir ein Jugendticket für alle bis 24 und barrierefreie Bahnhöfe. Für PendlerInnen sollen Förderungen auch unter der derzeitigen Schwelle von 20 km gelten. In den Bezirken braucht es Park & Ride-Offensiven.
Ein weiterer Aspekt ist der permanente „Luft-100er“ auf der Autobahn, den die SPÖ klar befürwortet, da er Voraussetzung für ein sektorales Fahrverbot ist, mit dem man viele LKW auf die Schiene zwingen würde.

3) Warum hat Tirol eine so schlechte Quote im Bundesländervergleich was Verdienst und Lebenserhaltungskosten anbelangt und was kann man dagegen tun?
Das Lohnniveau ist schon fast traditionell niedrig. Laut aktuellem Bericht des Rechnungshofes liegen die Einkommen in Tirol um 9 % unter dem mittleren Bruttojahreseinkommen in Österreich. Tirol ist damit im Bundesländervergleich Schlusslicht. Für die Frauen in Tirol gilt das sozusagen gleich doppelt. Sie verdienen in Tirol nur 54% von dem, was ein Mann verdient (bei ganzjähriger Vollzeitarbeit sind es 78%). Hinzu kommen eben hohe Lebenshaltungskosten.
Frauen und Männer müssen einer ganzjährigen Vollzeitbeschäftigung nachgehen können, wenn sie das wollen. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist noch immer nicht erreicht und bleibt eine klare Forderung.
Die SPÖ Tirol fordert einen Mindestlohn von 1500,- Euro brutto pro Monat. Die Menschen in Tirol leisten gute Arbeit und sie müssen daher auch fair und sicher bezahlt werden.
Eine Umverteilung der Belastung vom Faktor Arbeit zum Vermögen ist notwendig. Vermögen ab 1 Mio. Euro sollen deutlich höher besteuert werden. Die Reichen und Reichsten sollen einen solidarischen Beitrag leisten. Damit könnten die Lohnnebenkosten gesenkt werden.
Zusätzlich ist insgesamt eine Neubewertung von Arbeit notwendig. Es ist nicht nachvollziehbar, warum manche ManagerInnen Millionengagen und Boni beziehen, während Menschen, die wichtige gesellschaftliche Arbeit leisten (wie z.B. LehrerInnen, KindergartenpädagogInnen, Pflegepersonal etc.) mit einem Bruchteil davon abgespeist werden.
Tirol braucht mehr ganzjährige und ganztägige Arbeitsplätze. Gibt es diese nicht, wird die Armutsgefährdung berufstätiger Menschen weiter ansteigen.
Im Sinne einer immer älter werdenden Gesellschaft müssen auch altersgerechte Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine Bildungsoffensive zum Erhalt der Berufsfähigkeit wird ebenfalls angestrebt.
Die SPÖ Tirol will außerdem 500 neue Lehrstellen im öffentlichen Bereich schaffen.
Das Recht auf Arbeit ist ein Menschenrecht. Der Einsatz für Vollbeschäftigung steht bei der SPÖ Tirol daher ganz oben.

4) Kinderbetreuung für Kindergartenkinder ist in Innsbruck sehr teuer, am Land oft nicht ganzjährig verfügbar. Wie schauen Ihre Vorschläge aus um Familie und Beruf für Frauen besser vereinbar zu machen?
Kinderkrippen und –gärten sind die ersten Bildungseinrichtungen. Mit dem Tiroler Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz wurde ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gesetzt. Wir sind aber noch nicht am Ziel. Für die SPÖ Tirol ist klar, dass Kinderbetreuung ganzjährig, ganztägig und gratis möglich sein muss. In allen Regionen Tirols. Das Angebot muss geschaffen werden, denn der Bedarf ist da. Schluss mit den Bedarfserhebungen!
Die Tirolerinnen und Tiroler brauchen optimale Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Jeder Elternteil in Tirol muss auch mit Kind/ern die Möglichkeit haben, einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen, wenn das gewünscht ist. Mit durchschnittlichen 53 Schließtagen der Kindergärten sind wir davon noch weit entfernt.
Je mehr qualifiziertes Personal in diesen pädagogisch wichtigen Einrichtungen zur Verfügung steht, desto besser für die Kinder. Die Gruppen könnten kleiner werden, die individuelle Förderung besser. Zudem sollte das Personal besser bezahlt werden.
Väterkarenz und Papamonat sollen forciert werden.

6) Gibt es in Tirol ein Problem mit Migranten? Wenn ja, stellen Sie Ihre Vorschläge zur Bewältigung des Problems dar.
Tirol hat kein „Problem“ mit MigrantInnen. Tirol ist bunt und das ist gut so. Es geht um ein Zusammenleben und einen Austausch zwischen verschiedenen Nationen, Alters- oder sozialen Gruppen, die für alle eine Bereicherung sein sollen und können. Bildung und Arbeit schaffen die Basis für sozialen Frieden.

7) Welches sind Ihre drei wichtigsten Anliegen die Sie nach der Landtagswahl durchsetzen möchten?

BILDUNG
Die SPÖ will Tirol zur Bildungshochburg machen. Bildungsfragen sind wesentliche Fragen der Gerechtigkeit, die darüber entscheiden, ob ein Mensch sein Potential ausschöpfen kann. Das darf nicht von der Geldtasche der Eltern, der sozialen oder ethnischen Herkunft bestimmt werden.
Bildung eröffnet Chancen und sie beginnt quasi mit der Geburt. Wo und in welche Familie ein Kind hineingeboren wird, das soll nicht darüber entscheiden, welche Ausbildungswege und Möglichkeiten ihm offen stehen. Leider ist das aber immer noch der Fall. Auch in einem hochentwickelten Land wie Tirol hat längst nicht jedes Kind einen Schulabschluss.
Die SPÖ Tirol setzt sich daher für eine gemeinsame Schule aller Kinder bis 14 Jahre ein. Entscheidungen über den künftigen Bildungsweg müssen nicht schon mit neun oder zehn Jahren in der Volksschule getroffen werden. Der Druck auf Eltern und Kinder wird geringer und es bleibt mehr Zeit, die eigenen Interessen auszuloten.
Die SPÖ befürwortet auch die Ganztagsschule. Was nach noch mehr Arbeit für die Schülerinnen und Schüler klingt, hat in Wirklichkeit viele Vorteile: Unterricht und Freizeit wechseln sich ab, Lernen und Hausübungen werden in der Schule erledigt, die Schultasche bleibt in der Schule. Teure Nachhilfe ist nicht mehr notwendig, da Defizite in der Schule, zum Beispiel durch die Arbeit in kleinen Gruppen und gezielte Förderung, ausgeglichen werden können. Es bleibt mehr Zeit für Sport, Kreatives, Musik und wenn die Schule am Nachmittag zu Ende ist, ist ausschließlich Freizeit angesagt.
Wichtig ist der SPÖ auch, dass die LehrerInnen in den Schulen ansprechende Arbeitsplätze vorfinden. Schule ist Arbeit mit und Verantwortung für junge Menschen und damit Arbeit an der Zukunft. Ein wichtiger Beruf, der aufgewertet werden soll.
Lebenslanges Lernen, das ist keine Floskel. Daher braucht es auch eine Bildungsoffensive für Erwachsene. Schließlich werden die Menschen immer älter und Bildung hilft, die Berufsfähigkeit zu erhalten.
Wir wollen beste Bildung für jeden Menschen – unabhängig von seiner Herkunft – und laden alle Beteiligten dazu ein, mit uns nach nachhaltigen, kreativen Lösungen zu suchen!
ARBEIT UND LÖHNE
Die SPÖ Tirol ist und bleibt die starke Stimme der ArbeitnehmerInnen. Sichere Arbeit – guter Lohn lautet das Motto. Eine Umverteilung ist notwendig, damit hohen Lebenshaltungskosten (Bsp. Wohnen) und vergleichsweise niedrigen Löhnen entgegen gewirkt werden kann. (siehe im Detail oben)
Bildung und Arbeit wirken sich wesentlich auch auf die Gesundheit aus, die zusammen mit der Pflege eine weitere wesentliche Herausforderung der Zukunft darstellt.
AGRARGEMEINSCHAFTEN
Die endgültige Lösung der Frage der Agrargemeinschaften. Die SPÖ hat sich immer dafür eingesetzt, dass Gemeindegut zurück an die Gemeinden geht. Mit der ÖVP und ihrer Verzögerungstaktik war eine schnelle Lösung nicht möglich. Wir sind daher überzeugt, dass das von SPÖ und Opposition forcierte Gesetz, das die ÖVP als Minderheit im Landtag durch Geschäftsordnungstricks verhindert hat, der richtige Schritt war.

8) Beschreiben Sie Ihr Parteiprogramm in kurzen Worten.
Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität – das sind und bleiben die Grundwerte der Sozialdemokratie, für die wir uns zeitgemäß einsetzen.

9) Warum sollen die Tiroler gerade für Ihre Partei stimmen?
Die SPÖ Tirol hat die Beständigkeit und Routine, die es braucht, um ein Land regieren zu können. Sie setzt sich für alle Menschen in Tirol und nicht nur für eine bestimmte Klientel ein. Ziel ist es, ein gutes Land gerecht zu gestalten und beste Bildungs-, Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen. Tirol weiter denken – als modernes Land mit viel Potenzial. Es soll ein Miteinander entstehen, das die Menschen in Entscheidungen einbezieht. Die Demokratie darf nicht mit Füßen getreten werden

Wahlprogramm SPÖ Tirol

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