Der Hausberg als Millionengrab

PatscherkofelEs scheint manchmal, als wären unsere Politiker resistent gegen jedweglichen Lerneffekt. Nach dem finanziellen Debakel am Berg Isel, spielt sich nun mehr oder minder das gleiche Schauspiel am Patscherkofel ab. 58 Millionen kostet die neue Bahn auf den Innsbrucker Hausberg. Stand heute. Bis die erste Gondel vor dem Schutzhaus ankommt, kann sich ja noch viel tun. Eine Budgeterhöhung von 17 Millionen (!) geht unserer Frau Buagamastarin schneinbar leicht von der Hand. Tschuldigung, natürlich nicht nur ihr allein, sondern auch dem restlichen Innsbrucker Gemeinderat. Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus.

Von 41 Mille auf 58 aufstocken, sind ja nur 40 % Daumen mal Pi. Stell dir mal vor, der durchschnittliche Häuslbauer würde das machen. Erhöhen wir das Baukonto schnell mal von 500.000 auf 700.000 €. Ist halt teurer geworden, das Eigenheim. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Frau Buagamasterin das bei ihrem Bauherrn auf der Hungerburg durchgehen hätte lassen. Aber Wurscht, weil die zusätlichen 17 Millionen (!) sind ja gar kein echtes Geld. Das sind Steuern. Bezahlt ja jemand anderer. Um genau zu sein du. Und ich!

Ob´s die neue Bahn denn wirklich braucht? Der Patscherkofel ist als Skigebiet betrachtet mittelmäßig toll. Im oberen Teil, der zumindest noch halbwegs schneesicher ist, geht meistens der Wind. Im unteren Teil, geht kein Wind. Dafür ist es meistens sulzig bis aper. Das schöne am Kofel: dank mangelnder Attraktivität sind die Pisten meistens leer, man bekommt immer einen Parkplatz und ist schnell dort. Sogar auf der Mutterer Alm ist dank der Skikurstauglichkeit mehr los.

„Es ist langfristig das wirtschaftlich und infrastrukturell sinnvollste Projekt.“ Der Patscherkofel NEU soll nämlich vor allem für die Innsbrucker einen richtigen Mehrwert darstellen. Weil auf den Berg gehen alleine ist dem durchschnittlichen Innsbrucker ja zu wenig. Die Tiroler Seele braucht dringendst ein Glasmonster vor dem alten Schutzhaus. Und die Frau Buagamastarin weiß auch ganz bestimmt schon, was in den nächsten 50 Jahren als schick gilt. Oder ist der Mehrwert etwa der, dass angedacht wird das Radfahren am Kofel GÄNZLICH zu verbieten? Das würde dem Zeitgeist nämlich mal wirklich widersprechen!

Fassen wir zusammen: Wir haben mit Glungezer, Mutterer Alm, Götzner Lift, Rangger Köpfl, Schlick, Kühtai, Berger Alm, Nordkette, 11er, Mieders, Axamer Lizum und Patscherkofel viele Skigebiete rund um Innsbruck. Das ist gut. Schlecht ist, dass die meisten davon subventioniert werden und in absehbarer Zeit, dem Klimawandel sei Dank, entweder noch mehr Liebe und Zuwendung in Form von Speicherteich und Schneekanonen brauchen oder gar nicht mehr benützbar sind.

Sehen wir es also positiv: Der Berg Isel mit Nutzung 1 x im Jahr, das Rundgemälde mit Kostenüberschreitung dass die Sau graust, der Neubau der 3er von der noch keiner WEISS ob und wie sie den Verkehr entlastet, das Haus der Musik… da sind ein paar überteuerte Liftstangerl am Patscherkofel eigentlich gar nicht so schlimm.