Natürlich, wir Tiroler wissen es: wir sind die Schönsten, die Tollsten und Gscheidesten. Wie aber sieht die Tiroler Welt aus Sicht eines Nichttirolers aus? Ich habe mal in meinem Bekanntenkreis nachgefragt. Die Antworten waren teils bestätigend was den Superlativ betrifft, teils lustig bis hin zu ernüchternd.

Herzliche Brunzer mit beschränktem Horizont

„Wie würdest du die Tiroler beschreiben?“ So die Fragestellung. Eine junge Dame, die das Heilige Land Tirol nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat. Die Antwort fiel ein wenig überraschend aus. Ja, sie fühlt sich schon wohl hier. Was ihr besonders aufgefallen sei? „Ihr brunzts überall hin. Wie die Hundal.“ Kurze Verwirrung meinerseits. „Wie bitte?“ Bestätigung:“Ja, besonders in der Nacht gehen die Tiroler Männer lieber vors Lokal als aufs Klo desselbigen. Aber auch unter Tags markieren die Tiroler Männer ihr Revier. Das hab ich sonst so noch nirgends gesehen. Und sogar die Frauen brunzen auf der Straße hin.“ Kurzes Grinsen meinerseits:“Nun ja, das ist eben Gleichberechtigung….“

Gut wissen wir das. Wir sind Brunzer. Der nächste Befragte geht weg von der Oberfläche und etwas tiefer hinein in das Tiroler Seelenleben. Unsicher sind die Tiroler, kein echtes Selbstvertrauen. Die Unsicherheit kommt daher, weil wir nirgends dazugehören. Österreicher sind wir nicht so richtig, Bayern auch nicht und Italiener am allerwenigsten. Halt, nein, am allerwenigsten sind wir Vorarlberger. Das Unsicheree wird dann mit Grobheiten überspielt, die gar nicht so gemeint sind, wenn man das aber als Außenstehender nicht weiß, ist es am Anfang schon ein bissl schwierig. Und viele Tiroler haben auch einen recht beschränkten Horizont. Was in der TT steht stimmt, und damit Basta. Aber dafür charakterlich top, nicht so falsch und oberflächlich wie die Italiener.“

Aha, also sind wir unsichere und grobe Brunzer. Pfff, immer noch besser als ein Pie…. lassen wir das, wär ja schon wieder grob. Zum Glück gibt es auf meiner Liste auch noch Leute, die es gut mit uns meinen. „Die Tiroler? Ja, ein bissl schroff schon. Und aufbrausend. Wie die fluchen können, wegen nichts. Und 10 Minuten später passt wieder alles. Zuerst sich fast an die Gurgel gehen und dann miteinander ein Bier trinken. Aber dafür seid ihr sonst sehr nett. Überall wird einem von wildfremden Menschen auch Hilfe angeboten wenn man ein Problem hat. Und wenn ihr mal jemanden gern habt, dann ist das auch ehrlich. Ja, ehrlich, das seid ihr auf jeden Fall. Gewöhnungsbedürftig, das immer-gerade-heraus, aber dafür weiß man immer woran man ist mit einem Tiroler.

Zu guter Letzt noch ein erbauender Kommentar des vierten Befragten. „Mir taugts in Tirol. Die Frauen schauen auf sich. Im Schnitt ist der Hintern von den Tirolerinnen maximal halb so groß wie in Ostösterreich. Sportlich, und die meisten gut angezogen. Da merkt man eben, dass Tirol nah bei Italien ist. Nur blöd, dass sie das auch wissen und es ausnützen, die Tiroler Weiberleut.“

Wie also kann man den Tiroler charakterisieren, so ganz ohne erhobenem Selbstbild: Ein grader, manchmal ein wenig grober Michl, der es immer ehrlich meint und im Grunde seines Herzens ein ganz netter Kerl ist und das Glück hat, das Bundesland mit schönen Frauen zu teilen. Ja, damit kann ich mich anfreunden. Nur das mit dem Brunzer…. Naja!