Selbst die banale Eröffnung eines Fischotter-Plantschbeckens nutzen Politiker und Wirtschaftsbosse dazu, ihre krude Sicht von Mensch und Natur unters Volk zu bringen.

Wenn bloß alle Viecher aus Plüsch wären; Foto: WoPic

Wenn bloß alle Viecher aus Plüsch wären; Foto: WoPic

Alpenzoo Innsbruck, Dienstag gegen Mittag. Es schüttet und eine kleine Schar von Politikern, Funktionären und Medienvertretern drängt sich unter dem Flugdach vor dem neuen Fischotter-Becken. Es spricht Landtagspräsident Herwig van Staa. Schließlich hat das Land Tirol ja ordentlich mitgezahlt beim Neubau. Erstaunlich ist allerdings, was Van Staa so für launige Bemerkungen von sich gibt: Es habe in nächster Zeit die Auswilderung von Tieren aus dem Alpenzoo zu unterbleiben. Und man müsse besonders aufpassen, dass keine Tiere von Einbrecher gestohlen würden. Am Ende würden dann noch schützenswerte Exemplare irgendwo auftauchen, wo sie den wichtigen Infrastrukturprojekten des Landes im Wege stünden.

Jaja, der Piz Valgronda spukt dem Landtagspräsidenten da wohl im Kopf herum, wo irgendjemand ein paar seltene dumme Hühner aufgescheucht hat. Am Ende passiert das auch noch bei irgendwelchen Kraftwerken.

Applaus der Anwesenden. Schließlich hat das der Herr Van Staa sicher lustig gemeint. Und Geld will man ja auch wieder vom Land und dessen ebenfalls anwesendem Finanzreferenten Christian Switak.

Ausnahmsweise einer Meinung

Es folgt sogleich die Ansprache des Herrn Harald Schneider, Vorstandsdirektor der Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB). Das sind die, die gerade an einem Kraftwerk bei Telfs zu scheitern drohen. Auch er platziert Seitenhiebe gegen Naturschützer. Ganz erstaunlich sei es, dass man bei diesem Projekt, der Finanzierung des Fischotter-Beckens, auf der selben Seite gestanden sei. Schneider: „Es gab keine Einwände. Die hab ich mir allerdings auch nicht erwartet.“

Bloß blöd, dass nicht alle Viecher in irgendeinem Zoo oder Tierpark untergebracht sind. Dann könnte man nämlich bauen, bauen, bauen.