4 Deutsche Bergsteiger sind am heutigen Dienstag gerettet worden – nach 3 Tagen im Biwag. Ein Osterwunder?

Bericht in der deutschen Bild Zeitung @Quelle: www.bild.de

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© Michael Löffler, www.pixelio.de

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Das Schicksal der 4 deutschen Alpinisten ging über die Tiroler Grenzen hinaus durch die Medien. Das lag wohl vor allem daran, dass der Bürgermeister von Pforzheim (120.000 Einwohner) Alexander Uhlig unter den Vermissten war.  Die vierköpfige Gruppe im Alter zwischen 40 und 50 Jahren war am Samstag von der Kursinger Hütte auf den 3674m hohen Großvenediger aufgebrochen. Das letzte Mal waren sie beim Abstieg gesichtet worden, bevor sie sich scheinbar durch den aufkommenden Nebel verirrt haben. Der vierthöchste Berg Österreich ist im Gipfelbereich stark vergletschert und war daher schon öfters Schauplatz für alpine Tragödien.

3 Tage im Schneeloch

Die vier Deutschen kamen aber mit dem Schrecken davon. Der Grund: Sie waren exzellent ausgerüstet, hatten allesamt Schlafsäcke dabei und behielten in dieser akuten Notsituation scheinbar die Ruhe. Mithilfe eines Schneelochs „überwinterten“ sie 3 Nächte auf dem Gletscher und wurden Dienstag morgen gegen 6 Uhr mit Hilfe von Wärmebildkameras aufgefunden. Ihnen geht es relativ gut. Lediglich kleine Erfrierungen haben sie erlitten. Ein Wunder?

Sicher nicht, denn ein Wunder ist per Definition ein Ereignis, das sich menschlicher Vernunft und den Gesetzlichkeiten der Natur widerspricht. Es wäre also ein Wunder, wenn Dieter Bohlen diesen Notfall überlebt hätte. Bei diesen vier Bergsteigern ist es eher eine Frage der Erfahrung und der Selbstbeherrschung. Daher darf man – so wie es die Bergrettung Osttirol auch gemacht hat – diese vier Herrschaften loben, für ihr Verhalten in der Notsituation, nicht aber, dass sie bei einer unsicheren Wetterlage diese Tour unternommen haben. Immerhin waren 70 Mann der Bergrettung im Einsatz, die bei den widrigen Wetterverhältnissen und großer Lawinengefahr sicher kein schönes Osterfest mit ihrer Familie feiern konnten. Der  5. Kollege der Deutschen sollte nicht vergessen werden. Er blieb am Samstag Vormittag auf der Kursinger Hütte zurück.

Alpintote – eine dramatische Entwicklung?

Generell sind in der Wintersaison 2009/2010 übrigens wieder mehr Alpintote zu verzeichnen als in den beiden Jahren zuvor.  Bis zum 5. April kamen laut Statistik bisher 118 Menschen in den österreichischen Bergen um, darunter auch 13 Lawinentote in Tirol. Laut TT eine „dramatische Entwicklung“, meiner Meinung nach die logische Folge des schlechten Schneedeckenaufbaus.

Die Statistik des Lawinenwarndienst Tirol ist übrigens fehlerhaft! Es fehlen 10 Schweine, die ihren Tot in einer künstlichen Lawine im Ötztal gefunden haben. Ein Anstieg von 100%! Das nenne ich dramatisch!