Der Tiroler Supersamstag: David Guetta in Innsbruck vs. The Killers in Ischgl

Die Tirol Blogger können nicht überall sein. Unsere Teilzeitassistentinnen waren aber live mit dabei bei den beiden Topevents des Wochenendes. Ob Innsbruck oder Wien, beim Feiern sind die beiden Mädls Lea und Pia Expertinnen. Am liebsten sind sie natürlich gemeinsam am Start, letzten Samstag, dem Tiroler Supersamstag, haben sich ihre Wege jedoch getrennt: Lea war bei den Killers in Ischgl und Pia endete bei David Guetta in Innsbruck…

Pia in Innsbruck bei David Guetta

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„Guetta oida, oda?“

Diese Frage habe ich mir zugegebenermaßen schon das eine oder andere Mal gestellt in den letzten Wochen und konnte den Gedanken, vielleicht nicht doch einen Sprung vorbeizuschauen, nicht gänzlich verwerfen. Hat sich da vielleicht so mancher Mensch mit gutem Musikgeschmack inkognito in die partywütigen Menschenmassen verirrt, um sich trotz genereller Abneigung gegen diese Musikrichtung, die „Party des Jahres“ nicht entgehen zu lassen?

17:30: Die Sonne brennt immer noch vom Himmel und ich vergrabe meine Zehen im Sand in der Beach Bar, die seit kurzem wieder ihre Pforten geöffnet hat und für die nächsten Wochen als Ersatz meines nichtvorhandenen Garten oder Balkon dienen wird.

18:30: Ibk City wird nach und nach von mehr David Guetta Fans bevölkert … noch 3h bis die House DJ Koryphäe die Bühne betreten wird und gottesgleich beide Arme in Richtung Zuschauermassen heben wird. Mein kläglicher Versuch, über Facebook vielleicht noch eine billige bis kostenlose Karte zu ergattern, war gescheitert und ich hatte mich noch immer nicht gänzlich damit abgefunden, das Konzert an mir vorbeigehen zu lassen.

19:30: Ich habe mich in Schale geworfen und war fest entschlossen, mich dem Konzert einmal anzunähern. Weinflasche und Becher eingepackt und schon wenig später mit dem Rad am Weg zum Olympiastadion, wo sich bereits einige meiner Freunde befanden, die dieselben Gedanken hegten wie ich, und für ein Ticket zu David Guetta nicht zahlen wollten – aber man könne sich das Konzert ja auch von draußen ansehen, oder?

21:00: Denkste! Angekommen beim Stadion winken mir zwei meiner Freunde bereits mit soeben erstandenen Tickets in der Hand zu und alle anderen hasten wie aufgescheuchte Hühner am Parkplatz auf und ab, um auch noch ein solches zu erstehen. Meine einzige Sorge, beim Konzert dann nicht die mitgebrachte Weinflasche öffnen zu können, kümmert alle anderen relativ wenig und schon wenig später haben wir auch noch drei weitere Tickets erstanden, die sich beim Security Check jedoch zu unserem Leidwesen und meiner Erheiterung als Fälschungen erweisen. Haha. Gerissene Innsbrucker Jugend …

22:00: Der Wein schmeckt gut und David Guetta beschallt zweifellos auch die Olympiastadion Nachbarschaft. Plötzlich öffnen Securities aus unerfindlichen Gründen die Sperre an den Eingängen, was unserer Parkplatzparty schlagartig ein Ende setzte, und wir stürmen aufs Konzertgelände. Ein extrem feiner Zug des Veranstalters wie ich finde.

Fazit: Eine Stunde gratis David Guetta Konzert inmitten von 25.000 Gästen, eine gute Party, aber für meinen Geschmack war eine Stunde auch völlig ausreichend, Weinflasche konnte ich auch noch in Ruhe leeren und alle Hits hat der David auch erst im letzten Drittel des Abends ausgepackt = WIN WIN WIN Situation also.

Ausklingen lassen haben wir den Supersamstag dann im Club Aftershave bei Ken Hayakawa, ein wahrer Ohrenschmaus, weil David Guetta Aftershow Party wäre dann doch etwas zu viel des Guten gewesen ;-).

Lea in Ischgl bei den Killers

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„Ischgl? Ischgeil!“

Killers Konzert Ischgl

12:00: in Ischgl am Berg auf 2.320m Seehöhe. Noch ist hier alles ruhig, die höher gelegenen Pisten sind in erstaunlich gutem Zustand für Ende April. Nur die Sonne spielt noch nicht so richtig mit, also starten wir mal mit einem Radler. Viel werden wir heute nicht trinken, am Abend wollen wir wieder nach Innsbruck zurückfahren, da soll ja schließlich David Guetta spielen…

13:00: Pünklich zum zweiten Radler fangen The Killers mit ihrem Konzert an. Die dunklen Wolken sind in der letzten Viertelstunde immer näher gekommen und innerhalb von wenigen Minuten schneit es heftig. Das Wetter macht seinem Monat alle Ehre und die Stimmungsschwankungen am Berg passen zur Musik. Innerhalb von einer halben Stunde spielen die Killers bereits zum zweiten Mal „Human“. Noch sind wir hier alle Human. Die Gruppe etwas älterer Semester neben uns ist allerdings bereits drauf und dran „Dancer“ zu werden. In zwei Skihelmen warten 2 Boxen Klopfer drauf getrunken zu werden, Bier und Sekt helfen beim Runterspülen. Die Runde hat einfach an alles gedacht, inklusive Käse- und Wurstsnacks für den kleinen Hunger zwischen den Shots. Unsere leicht neidischen, leicht angewiderten Blicke bringen uns leider keine gratis Getränke ein. Dafür ernten wir den tröstlichen Rat: „Jetzt wissts wie ihr es machen müsst, nächstes Jahr seids dann auch so gut vorbereitet!“

14:00: Die Killers spielen „Mr Brightsight“ und locken die Sonne hervor. Die Stimmung steigt, der durchschnittliche Alkoholpegel legt die Latte hoch. An uns ziehen jede Menge verkleideter Leute vorbei. Eine Männergruppe in Kükenkostümen (noch halb im Ei) samt Gockel tanzt den Vogerltanz (!) und die Retro-Skifahrer in 80ies Ski-Kleidung machen heute Party in Lederhosen. Die Superman Gruppe versteht sich blendend mit den Spidermännern und wir schauen amüsiert bei ihrem Foto-Shooting mit unserem Freund und Helfer zu: Drei Polizisten stehen am Rand des Geschehens als Fotomotiv freiwillig zur Verfügung. True story!

15:00: Nach dem Konzert ist vor der Party, denn jetzt geht die Party am Berg so richtig los. Jetzt fallen der Reihe nach die moralischen Anstandsgrenzen. Einer aus der Spiderman Gruppe hat es geschafft das Tontechnik Zelt in der Mitte des Platzes zu erklimmen und ist dabei seinen Allerwertesten der Menge zu präsentieren, als ein mutiger Security ihn von dem Podest fischt. Wenn ich die Augen zu und wieder aufmache sind alle noch da. Auch Elvis. Surreal.

16:00: Wir haben mehrere Geldmünzen und Prosecco Dosen im Schnee am Boden gefunden und wir beschließen die Nacht auch noch da zu bleiben. Fuck it. David Guetta spielts ja hier schließlich auch…

17:00: Die Musik am Berg ist bei Frank Sinatra angelangt und hat uns wieder ins Tal getrieben. Am Platz vor der Gondelstation ist die Party bereits am Laufen, aber wir flüchten erstmal in ein Restaurant und tanken Energie für den Abend.

19:00:
Müdigkeitseinbruch nach dem Essen. Ramazzotti eilt zur Rettung. Und weil die Müdigkeit groß ist, kommt die Rettung gleich zweimal. Die Rechnung zieht nach, aber hey – was kostet die Welt?

20:00: Wir haben Location gewechselt und kommen immer mehr in Fahrt. Langsam wirds so richtig heiß in meiner Skihose, ich habe keine Kleidung zum Wechseln mit, aber wo sonst kann man in Snowboardhose, Skisocken und Uggs Party machen, wenn nicht in Ischgl?

21:00: Ischgl ist das Mekka der Polterabende. T-Shirt Sprüche übertreffen sich gegenseitig. Die Mitglieder der „Wir leiden mit“ Polterrunde schwächelt schon etwas, die „Das Leben ist zu kurz für eine feste Bindung“ sind gut unterhalten von den Alkomat-Checker Ladies, bei denen man um € 3 seinen Alkoholpegel messen lassen kann. Aber wer bitte will den schon so genau wissen?

23:00: Einzug in den Kuhstall und Wechsel vom Bier zum Turbo-Gin. Der Haus und Hof DJ des Kuhstalls Marco Mzee verabschiedet sich für die Saison vom Partyvolk. Er geht nach Mallorca auf Urlaub, war ja klar. Wohin sonst soll ein „DJ aus den Bergen“ denn auch sonst für den Sommer gehen? Fraglich, ob man eine Saison Ischgl in Mallorca therapieren kann, aber der Pegel lässt sich dort sicherlich gut halten.

02:00:
Ich wünsche mir beim Nachfolger des legendären Ischgl DJs ein Lied, als mir der Träger des „SINGLE – Stay Intoxicated Nightly Get Laid Everyday“ T-Shirts neben mir ein unmoralisches Angebot ins Ohr lallt. Ich lehne dankend und zutiefst angewidert ab und bleibe in nächster Zeit dem DJ Pult fern.

Geschätze 4:00 Uhr: Ich gehe zum Abkühlen vor die Tür. Keine gute Idee, frische Luft bringt klare Gedanken und die sind hier unbrauchbar. Also, schnell wieder rein in die Menge. Snowboardhose, warme Socken, Uggs und eine Plastikjacke machen sich inzwischen unangenehm bemerkbar. Ich würde inzwischen viel für ein Hotelzimmer und frische Kleidung geben. Ein Typ im Kuhstall ist auch bereit viel zu geben: einem Mädl in unserer Runde werden zwei Zigaretten um €20 abgekauft. Guter Deal.

Wenig später schwächeln auch wir und wanken nach 5 Stunden Shaken im Kuhstall in Richtung Bett. Ende Gelände.

Fazit: Ischgl isch tatsächlich geil, und macht unter den richtigen Umständen wohl sicherlich auch geil. Nach 16 Stunden feiern ist mein Bedarf für den Rest des Jahres auf jeden Fall gedeckt. Die Killers dürfen in meiner Playliste bleiben und gegen den DJ aus den Bergen muss ich mir noch etwas einfallen lassen, der gastiert auch zwei Tage später noch ungefragt noch immer in meinem Ohr…

Über die Autorinnen:

Lea arbeitet ist Chefredakteurin bei tripwolf, einem Online-Reiseführer, in Wien und hat in den letzten Monaten, als immer wiederkehrende Besucherin, das schöne Land mit den unzähligen Sprachfehlern ins Herz geschlossen. Auf ihrem persönlichen Blog vanilleah dreht sich alles um Musik, Design und Events in Wien.

Pia ist Wienerin, aber Wahltirolerin, was für so manchen Einheimischen nicht ganz nachvollziehbar ist. Sie liebt Innsbruck und den Winter und studiert im Masterstudium Übersetzen an der Universität Innsbruck. Pia Power lässt in der Innsbrucker Eventszene nicht nur keine Veranstaltung aus, sondern sieht sie als Wienerin oft auch mit anderen Augen. David Guetta oida, oda? Sicher nicht ohne Pia Power..