Gut, aber schlecht: Johnny Winter live in Imst

Foto: Hubert Gager

Foto: Hubert Gager

Da haben sich die Leute vom Imster Art-Club einen feinen Herren eingeladen: Johnny Winter, Ikone des Südstaaten-Bluesrock und einer der begnadetsten Saitenwürger der Rockgeschichte.

Im Glenthof herrschte ausgelassene Stimmung, die Waldviertler Bluespumpn heizten ordentlich ein, Bier floss in Strömen und es duftete nach verbotenen Zigaretten. Das Publikum (vermutlich zu 2/3 Lehrer, Frühpensionisten und Berufsjugendliche – zu denen sich auch der Autor zählt) war in freudiger Erwartung einer laut krachenden Werkschau des Ausnahmegitarristen.

Winters Josef, wie er im Oberland genannt wird, wurde auf die Bühne geführt, nahm auf seinem Sessel Platz (er ist schon etwas gebrechlich), grinste unter seinem 4 m²-Texanerhut hervor und begann zu fideln, dass es eine Freude war: Laut, schnell und von einer präzisen, druckvollen Band begleitet.

Soviel zum „Gut“, und nun zum „Schlecht“:

Der Sound war eine Katastrophe! Anstelle der Instrumente, der feineren Zwischentöne und dem Gesang hörte man nur eine schlecht abgemischte, laute Lärmwolke: Ein dumpfes, jämmerliches Gedröhne, das wahrscheinlich jeder Tontechnik-Lehrbua besser hingekriegt hätte.

Liebe Art-Clubber:

Kümmert euch doch bitte bei den nächsten Konzerten auch darum, dass die Herren am Mischpult, nicht von den vielen Knöpfen und Regerln völlig überfordert, ratlos in die Gegend schauen. Vielleicht sollten sie zuerst mit einer Playstation üben, die hat weniger Knöpfe. Eure Künstler und nicht zuletzt das zahlende Publikum werden es euch danken. So war der Winter-Josef leider ein dumpfes, dröhnendes, enttäuschendes Erlebnis.