Seit unser Karl Heinz mit geschnitzter Föhnfrisur im Finanzministerium Einzug gehalten hat, sind die Röcke der Beamtinnen kürzer und die Haare der Beamten länger geworden.
Mal ganz ehrlich,  man kann diese Regierung geliebt oder gehasst haben, am Image haben die Damen und Herren dieser einmaligen Regierungszeit aber hart gearbeitet. Oder noch besser, andere arbeiten lassen.

Auf jeden Fall konnte ich mich persönlich vom Service am Finanzamt Innsbruck, an einem Vormittag im Monat Juni, überzeugen. Und dies möchte ich hier in kürze wiedergeben.

Etwas nach 9.00 Uhr betrat ich den Haupteingang (ohne Portier) des Finanzamt IBK und folgte den Pfeilen Richtung Infocenter. Kaum ums Eck, da wurde mir schon schlecht.
Upps, das stehen schon ca. 15 Klienten oder Kunden Schlange.

Finanzamt Innsbruck

Na ja, was soll´s. Erstens ist es ja nach wie vor ein Amt und zweitens haben ja 4 Schalter geöffnet. Inzwischen bilde ich mich einfach weiter und lese die wichtigen Informationen von 2009 am auffällig positionierten Flipchart.

Finanzamt Innsbruck

Nach ca. 15 Minuten Warte- und Weiterbildungszeit, darf ich vortreten. Ein einfacher, aber doch modern wirkender Empfangspudel erwartet mich. Dahinter eine wenig freundliche, aber doch bemühte Beamtin mit leisem, „Bitte“.

Finanzamt4

Ich teile ihr mein Anliegen mit und bekomme ungläubige Blicke zurück. Nachdem ich der Dame aber mitteilte, dass ich vorher angerufen habe und mir von selber Stelle genau diese Vorgehensweise nahegelegt wurde, begann sie den Computer zu füttern.
Meine Postleitzahl, die ich seit 14 Jahren angebe und in meinem Ausweis steht, ist nicht gültig. Das kann nicht sein, behaupte ich. Gut, dann holen wir halt einen Kollegen.

Ich beobachte inzwischen die wachsende Schlange hinter mir.

Nach 3 Minuten kommt der Kollege und teilt mit, dass man einfach auf Übernahme klicken muss. Na so was, 2 Minuten später bekomme ich den Antrag und muss nur noch unterschreiben. Oh Schreck, ich sehe dass die Adresse am Antrag falsch ist. Gut, dann suchen wir halt noch einmal einen Kollegen und kommen nach wiederum 3 Minuten retour und sind erleichtert. „Es ist wurscht“, erfahre ich. Aber halt, ich brauche (wie zu Beginn mitgeteilt) noch 2 solche Anträge. Gut dann füttern wir erneut den Blechtrottel.
Während dessen fragt die Beamtenkollegin vom Nachbarpult meine Beraterin, ob Sie heute auch früher Schluss mache. Diese teilt mit, dass es heute einfach komisch sei und bejaht die Frage.

Finanzamt Innsbruck

1 Minute später unterschreibe ich den Zweiten Antrag und für den Dritten wird schon wieder gefüttert. Sehnsüchtig warte ich auf meine letzte Unterschrift.
Ich steh in der Halle, aber sie kommt nicht.
„Der Drucker spinnt heut schon den ganzen Tag“, teilt mir die Dame mit.  Also her mit Kollegen Nummer 3.
Nach ganzen weiteren 6 Minuten kommt die Erlösung. Unterschrift, Danke und auf Weitersehen.

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Noch ein kurzer Blick zurück auf die sich entwickelnde Schlange und beim nicht existierenden Portier vorbei.

Nichts für ungut, liebe Finanzamts-mitarbeiter. Ihr seid auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Gut Ding braucht Weile und vielleicht etwas Eile.

Und wenn Sie sich im Alltag einmal nicht wirklich ärgern. Nehmen Sie Ihr Handy und fotografieren Sie früh genug die Situation die Sie verbessern wollen.

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