Die Innschwimmer – Die Tiroler Geschichte


Was bisher geschah

Am nächsten Morgen weckte ihn Gloria mit einer Tasse duftenden Kaffes.
Hais öffnete die Augen und nachm die Tasse, in die einige von Glorias Locken hingen, mit einem zaghaften Lächeln in beide Hände. „Na, gut geschlafen?“ fragte Gloria lächelnd. „Geht’s uns wieder gut?“ Und wie es uns gut ging: Glorias hübsches Köpfchen vor seiner Nase,
beinahe keine Kopfschmerzen mehr und eine Tasse Kaffee in der Hand, der
diesen Namen auch verdiente: Heiß, stark, schwarz, süß.

„Lass dir den Kaffee schmecken“, sagte Gloria. Und gehen wir ins Widum.
dort gibt’s ein wahrhaft göttliches Frühstück! Und so war es auch: Das Frühstück, von der Pfarrköchin und ihrer verliebt dreinschauenden Tochter serviert, hätte einem Grand Hotel alle
Ehre gemacht.

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„Ein Kreuz muss liegen!“, lachte Hochwürden und schob, während er das leere Weißbierglas auf den Tisch knallte, das große Kreuz, das ihm um den Hals hing, auf der üppigen Kugel unter seinem Habit hin und her.

„Und jetzt auf in die Unterwelt!“ Gloria lachte, und sie gingen im Gänsemarsch in durch den Hofeingang, in dem es noch immer nach Urin stank. Die Kellertüre war nur angelehnt und Hais stieß sie mit einem Ruck auf. Sie gingen langsam und vorsichtig die enge, gewundene Treppe nach unten, wobei sie sich bemühten, sehr hörbar zu sein, damit sie ja keinen Einbrecher oder wen auch sonst überraschten und dieser vielleicht aus Schreck zu einer anderen Waffe als zu einer simplen Eisenstange griff.

„Scheißdreck!“, stieß Hias hervor. „Tschuldigung!“ Hochwürden sah ihn belustigt an, Gloria erschrak. „Ich muss, ähh, … also ich muss wieder zurück, Ich mussa auf’s…“ „Du kannst ja die Hofeinfahrt nehmen, mein Sohn.“ Gute Priester haben immer einfache Lösungen. „Sicher nicht.“ Glorias Stimme klang seht bestimmt, es roch ja in der Hofeinfahrt noch immer nach Hias, wobei sie den Verursacher gottseidank nicht kannte. Dieser schwieg und stieg die Treppen zu Glorias Wohnung hoch. Nach ein paar Minuten ging die Untersuchung des Kellers weiter: Herr
Pfarrer nahm sich die Abteile auf der linken Seite des schmalen Ganges vor, Gloria die auf der echten und Hias, nun, Hias nahm sich Gloria vor: Er wich ihr nicht von der Seite. Am Ende des Kellers trafen die drei wieder zusammen und starrten auf den Boden. Zwischen ihnen, schon kaum mehr zu sehen, war ein dunkler Fleck.

Und dann sahen sie, dass eine Schleifspur in dem gestampften Erdboden den Gang entlang zur Treppe führte, genau in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Grloria erschrak und Hias beschloss, es ihr gleich zu tun. Das sollte er aber sofort bereuen. „Was ist los?“ sagte Hochwürden. „Erschrecken Schafbauern wirklich so leicht? Wie ihre Schafe?“ Hias wurde rot. Er merkte, dass er einen Fehler gemacht hatte, sein Heldenstatus, falls er in Glorias Augen jemals einen solchen besessen hatte, begann zu schwinden.

Geduld, nächste Woche geht´s weiter….