Tatort Hauptschule Rotholz, irgendwann in den frühen Siebzigern. Der kleine Toni muss eine Rechenaufgabe lösen.


Lehrer:
„Jetzt sag einmal, Toni: Du baust ein Museum. Ein schönes, großes Museum, in dem ein riesiges Bild hängt, das zuvor in einem anderen Museum gehangen ist. Das Museum soll uns an einen verlorenen Krieg und an die Größe unserer Landespolitiker erinnern. Du machst eine Kostenplanung und kommst drauf, dass das Museum 12,7 Millionen Euro kostet. Dann …“

Toni: „Boa Herr Lehrer! Das ist ja schweineteuer!“

Lehrer:
„Wart nur Toni. Dann baust du und schon bald merkst du, dass das Ganze jetzt 20,4 Millionen Euro kostet.“

Toni: „Meiner Seel! Das gibt’s ja nicht!“

Lehrer: „Jetzt unterbrich mich nicht dauernd. Nach einigen Monaten steigen die Kosten auf 21,2 Millionen, dann auf 23,3 Millionen und schlussendlich heißt es, dass dein Museum gar 30 Millionen Euro kostet.“

Toni: „Aber so viel Geld hab ich gar nicht, Herr Lehrer. Glaub ich halt.“

Lehrer: „Ist ja nicht dein Geld, sondern das der Steuerzahler.“

Toni: „Ach so! Dann ists eh wurscht!“

Lehrer: „Gar nix ist wurscht! Du sollst mir sagen, wie man diese brutale Kostensteigerung in der Fachsprache nennt!“

Toni: „Das ist leicht: Man nennt das ‚Durchaus im Rahmen‘!“

Lehrer: „Sehr gut, Steixner. Aus dir wird sicher einmal ein guter Politiker. Setzen!“


Eine Katastrove, diese Lehra!

Bergisel-M_Bigge

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Foto: M.Bigge/Wikipedia