Nachdem es in letzter Zeit zu mehreren tödlichen Lawinenunfällen  kam, wird jetzt über höhere Strafen diskutiert.

lawine

In Italien gab es am letzten Wochenende allein acht Lawinentote zu beklagen. Aus diesem Grund wird dort jetzt über rigorose Strafen für unvorsichtige Skifahrer nachgedacht. Haftstrafen und Geldstrafen von bis zu 5.000 Euro sind geplant. Bei uns hält man wenig davon. Peter Veider, Chef der Tiroler Bergrettung, will risikofreudige Skifahrer vielmehr zu einem Lawinenkurs verpflichten.

Gesetze und ihre Wirkung

Ob die Italiener mit höheren Geldstrafen wirklich weniger Lawinentote zu beklagen haben werden, bezweifle ich. Die Angst vor einer hohen Geldstrafe, dürfte nicht wenige Sünder dazu animieren, möglichst  schnells das Weite zu suchen. Aber auch der Vorschlag von Veider, Personen, die trotz Verbots im freien Gelände unterwegs sind, zu einem Lawinencamp zu schicken, halte ich für sinnlos. Die meisten „Freerider“ sind sich der Gefahr des weißen Tods sicherlich bewusst, können aber es trotzdem nicht lassen, in einen unverspurten Hang reinzufahren. Für diese Sportler ist das weiße Gold wie eine Art Droge, das Freeriden eine Art Sucht, die auch bei Lawinengefahr gestillt werden will. Geldstrafen oder ein drohendes Lawinencamp wird ihre Entscheidung kaum beeinflussen.

Ride the avalanche

In der Szene der Variantenfahrer gilt es sogar als cool, wenn man eine Lawine auslöst und dieser dann anschließend entkommt, ja sogar davonfährt. In Freeridefilmen werden immer wieder Szenen gezeigt, wie die Extremsportler mit unvorstellbar hoher Geschwindigkeit Steilhänge fahren und auch nicht von Lawinen zu stoppen sind. „Yeah dude, I rocked this sucker“ brüllt der Freerider am Ende der Sequenz und alle halten ihn für eine coole Sau. Nachahmungen sind die logische Konsequenz.

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Schockterapie Lawine

Meiner Meinung wird ein Tiefschneefahrer sein Verhalten erst ändern, wenn er es mal am eigenen Leibe erlebt hat, wie es in einer Lawine ist. Ich stelle mir ein Art Avalanche-Survival-Center an der Nordkette vor: Freerider fahren in einen Hang rein und es wird kontrolliert eine Lawine ausgelöst. Nachdem der Skifahrer verschüttet wird, beginnen seine Kollegen  mit der Suche. Und hoffentlich sind sie schnell. Denn nach 10 Minuten wird es eng…! Zum Glück gibt es noch die Bergrettung, die dann mit Hilfe Wärmekameras, Lawinenpieps und Sonden das Lawinenopfer schnell finden. Der Freerider wird kreidebleich geborgen, seine Kollegen blicken ihn schockiert an. Sie wissen jetzt: Im Ernstfall hätten sie jetzt einen guten Freund verloren…

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