We love Sölden – In High Heels zum Apres Ski

Es ist mal wieder soweit – das deutsche Fernsehen hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nachdem sich in den vergangengen Wochen Z-Promis im Australischen Dschungel mit Kakerlaken und Buschschweinvagina abgegeben haben, sind es nun neun deutsche Jugendliche aus dem Ruhrpott, die in der Pro-7 Sendung „We love Sölden“ dem Publikum zeigen, wie es im Ötztal so abgeht. Zwischen Bierflaschen, Sektkorken und Haargel haben sie selten einen Blick für die Landschaft und fragen sich, ob der Berg neben ihnen jetzt der Mont-Blanc ist. Ist ein solches Sendeformat wirklich gute Werbung für Sölden?

Lloret de Mar = Sölden?

Die neun Portagonisten sind nicht neu in der Fernsehwelt. Im Sommer waren sie bereits drei Wochen auf Partyurlaub in Lloret de Mar und haben hier und da ein bisschen mehr nackte Haut in die Kamera gestreckt als normal üblich. Das Format lief wohl einigermaßen erfolgreich, also schickt man die gleiche Gruppe einfach in den Winterurlaub nach Sölden. So finden sich Gee, Jerome, Bauer, Ling-Ling, Emilio, Lory Glory, Leo, Maikiboy und Der Pole ein paar Monate später im Almrausch in Sölden wieder. Die Jungs reisen im Hummer an, die Mädels in einer pinken Limousine. Wie sich das eben gehört, wenn man um jeden Preis auffallen will.

In High Heels zum Apres Ski

Hauptaugenmerk der Sendung „WE LOVE SöLDEN“ liegt natürlich nicht auf der großartigen Landschaft oder das einzigartige Skigebiet – nein, es geht fast ausschließlich um Party, Alkohol und Sex. So stürmen die Mädels gleich zu Beginn der Sendung das Kuckucksnest und machen Apres Ski in High Heels um wenig später festzustellen, dass „da einfach nur Kerle sind“. Aber: „Mit den Leuten hier in Sölden kannst du super Party machen! Und: Die „Kerle sind alle rattenscharf!“ Am Rande erklärt die Erzählstimme den Zuseher: „Das kulturelle Band zwischen Tirol und Ruhrpott ist tief!“ Alles klar!

Bezirksbefruchter aus Tirol

Die Jungs stehen dem Mädels im Party machen natürlich um nichts nach und machen sich zu „geiler Mukke“ im Whirlpool erst mal ein paar Bier auf. Sprüche wie „Boah, ballert das, ich hab da so einen Strahl am Rücken!“ lässt auf die geballte Intelligenz der deutschen Protagonisten schließen. Später am Abend schnappt sich einer der Jungs in einer Disco in Sölden ein leicht bekleidetes Mädel und nimmt es mit zum Almrausch für die Party danach. Am nächsten morgen wird er von seinen Kollegen stolz „Bezirksbefruchter aus Tirol“ genant. Die Sendung erlebt seinen ersten Höhepunkt!

Armes Sölden!

Für mich stellt sich die Frage: Was für ein Bild wird da von Sölden in Deutschland verbreitet? Ist das wirklich die Zielgruppe von Touristen, die man sich im Ötztal wünscht? Hat der Tourismusverband Ötztal da ein Mitspracherecht oder wurden sie bei dieser Sendung einfach übergangen?
Ich kann es mir jedenfalls nicht wirklich erklären und finde es schade, dass Sölden sich in diesem Licht präsentiert. Sölden ist immerhin der Ort mit den meisten Übernachtungen in Tirol und hat ein weitaus niveauvolleres Angebot als das, was im deutschen Fernsehen gezeigt wird. Will man sich selbst aber auf ein Level mit Lloret de Mar begeben, so ist man mit dieser Sendung genau auf dem richtigen Weg!

Wer nicht glaubt, dass soviel Blödsinn auf einen Haufen im Fernsehen gezeigt wird, kann sich die Sendung auf der Pro 7 Webseite nochmal ansehen. We love Sölden?

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