Vor gar nicht langer Zeit, irgendwo in Tirol: Andrea und Andreas Hofer (Namen geändert) sind die stolzen Eltern des kleinen Andreas jun. Der Bub bereitet ihnen viel Freude, vielmehr als der Blick in ihr Geldbörsel. Da heißt es auch für Mama, sich um einen Job umzuschauen.

Eltern haben es in Tirol nämlich nicht leicht, auch wenn unsere Politiker ihre Schnäbel weit aufsperren und das Gegenteil durch die sommerlich-heiße Luft schnattern: So nett, so christlich, so familienorientiert und soooooo kinderfreundlich sind wir! Platter und Palfrader, Bodner und sogar Ministrant Gschwentner behaupten das jedenfalls im Chor.

Und der kleiner Hofer-Bua?

Zurück zu unserer Tiroler Bilderbuchfamilie: Wohin mit dem Kleinen, fragen sich die Eltern. Und sie sind beileibe nicht die Einzigen in Tirol, die vor diesem Problem stehen: Es gibt nämlich viel zu wenig Kinderbetreuungsplätze., die auch im Sommer zur Verfügung stehen.

Das behauptet ja auch die zuständige Ministerin im fernen Wien (s. tirol.orf.at). Unsere Provinzelite im Landhaus ist naturgemäß anderer Meinung: Es ist überhaupt alles in Butter und es geht uns dank ÖVP-Tirol jeden Tag und jede Stunde besser und immer besser …

Was heißt das für den kleinen Ander? Zunächst einmal nichts: Er quietscht fröhlich vor sich hin und seine Eltern werden schon einen guten Platz für ihn finden, wo er sich wenigstens vormittags wohlfühlt. Aber Frühförderung im Rahmen einer professionellen Betreuung wird es für ihn nicht geben. Da werden sich seine Eltern also gehörig anstrengen müssen, damit aus dem Kleinen später mehr wird als ein durchschnittlich begabter Tiroler, für den der ÖVP-Versorgungsposten in der Landesregierung die Spitze seiner Karriere darstellt.

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