Benzin und Diesel haben die 20 Schilling Obergrenze längst locker geknackt. Nun zieht auch das Parken in Innsbrucks Innenstadt nochmals kräftig an. Sind es momentan 50 cent pro 30 Minuten, soll es bald 1 Euro sein der fällig wird, wenn man in Innsbruck 30 Minuten parken möchte. Die Kurzparkzone wird noch dazu bis 22.00 verlängert, und zwar täglich, also auch Samstags. Und ausgeweitet wird die teure Zone auch noch auf Wilten und andere Stadtteile. So der Plan der Arbeitsgruppe „Überwachung der Innsbrucker Parkzonen“.

Pro und Contra Erhöhung

Ist das nun gut? Oder schlecht? Oder beides? Mir als Innsbrucker in erträglicher Stadtnähe ist es Wurscht. Ich fahr ohnehin fast nur mit dem Rad in die Stadt. Oder schwarz mit dem Bus. Weil die 1,70 die die IVB dafür abcasht, dass die Busse nie pünktlich sind und man sich von den Schaffnern noch anpöbeln lassen muss, finde ich auch unverschämt. Dann lieber in Würde die Strafe alle paar Jahre bezahlen, die fällig wird wenn ich erwischt werde. Rein rechnerisch die billigste Variante, die Öffis zu benutzen. Kleiner Tipp vom Profi.

Gut wäre es, wenn die Leute bei 1 € pro halber Stunde in der Kurzparkzone einfach weniger mit dem Auto in der Stadt herumgurken würden. Schlecht ist es dann, wenn man keine Wahl hat. Mein Hausarzt ist zum Beispiel in der Innenstadt. Mit Fieber im Winter mit dem Rad in die Stadt, ganz übel.

1 Stunde Wartezimmer = 1 € = OK, 1 Stunde Wartezimmer = 2 € = OK / 2. Also schlecht.

Andererseits: wenn ich dafür schneller einen Parkplatz finde, dann ist es OK. Aber wird das passieren?

Lassen wir alle das Auto stehen?

Das wird aber nicht passieren, glaube ich. Denn dass die Innsbrucker und Umländler das Auto stehen lassen, haben die Benzinpreise nicht geschafft. Also wird auch die Erhöhung der Parkgebühr nicht dazu beitragen dass weniger gefahren wird, sondern lediglich dass es mehr kostet wenn wir fahren.

Parkgarage statt Kurzparkzone

Aha. Interessante Variante, um dem Problem aus dem Weg zu gehen. Nur sind die Garagen noch teurer als das Parken im Freien. Und so, dass man immer locker und bequem einen Platz findet, ist es dann ja auch nicht.

Riskieren und nix zahlen

Mach ich jetzt schon recht oft. Lohnt sich nicht ganz so, wie Schwarzfahren, aber ab und an die 21 € zu brennen ist ein besseres Geschäft als immer die 50 Cent / 1 €. Weil es ist ja so: man weiß nicht immer genau, wie lange ein Termin dauert. 25 Minute oder 35? Und bei 35 müsste man schon einen Euro einschmeißen. 25 Minuten hingegen gehen meist straflos auch ohne Zettel. Die ersten 10 Minuten sind ohnehin gratis. Also kann man mal parken bis der Sheriff kommt, dann nochmals 10 Minuten, und dann muss er ja nochmals kommen.

Mein Tipp: kurze Termine = Nix zahlen und riskieren. Wie gesagt, ab und an zahlt man. Aber in Summe steigt man ganz gut aus. Nur sollte man sich dann nicht aufregen über die Strafe, wie mein Herr Kollege vom Tirol Blog in diesem Artikel, sonder die Sache mit Würde und Anstand zahlen.

Und die Innenstadtkaufleute?

Ja, das werden die wahren Draufzahler sein. Die IL´s, SZ´s, IM´s und LA`s werden noch mehr ins grauenhafte DEZ fahren statt in unsere schöne Innenstadt. Dumm, aber ist nun mal so. Einen wirklichen Ausweg aus dem Dilemma sehe ich nicht.

Was tun, sprach das Huhn?

Fazit: Leute, fahrt mit dem Fahrrad. Ist lustig, denn da sieht man mal, was wir für Idioten am Werk hatten, als die Radwege in Innsbruck geplant wurden. Wenn ihr mit dem Auto fahrt, parkt ohne Schein bis zu 20 Minuten, es lohnt sich. Erst bei längeren Terminen schmeißt ein. Wenn ihr mit der IVB fahrt, bitte immer schwarz. Denn das lohnt sich wirklich. Garage? Never Ever! Nur Angsthasen und Leute, die nicht parken können, fahren in die Garage.

REVOLUTION BEGINNT IM KLEINEN

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So, und jetzt werde ich mir mein nächstes Bier genehmigen. Wird Zeit, ist schließlich schon fast 10 Uhr 😉

Quelle:
Artikel auf orf.at