In letzter Zeit liest man viel über die Gemeinheiten ungarischer Politiker. Zeitungen, TV Stationen und Radiosender die zukünftig nicht spuren wie es sich die Regierenden in Ungarn vorstellen, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen. Pressefreiheit sieht anders aus. Wie gut, dass wir im gelobten Land sagen, tun und lassen dürfen, was wir wollen ohne uns strafbar zu machen. Das Tirol Blog Team würde sonst wohl schon längst in einem Kerker bei Kaiserschmarrn und Zillertal Bier ein tristes Dasein fristen. Trotzdem: auch wenn man prinzipiell mal nicht mit harten Strafen rechnen muss, die Realität ist, dass man auch in Tirol zu spuren hat.

pressefreiheit

Nix sehen, nix hören, nix schreiben...


Was man schreiben darf, soll…. und was nicht….

Die TT ist zwar kein Revolverblatt wie die Bild, von lokalem Qualitätsjournalismus wird man als Abonnent der täglichen Adlerrundschau aber auch nicht gerade verwöhnt. Manche Themen bleiben eben unausgesprochen, sonst…..

Ich kann mich noch erinnern, als ich einst einer Pressekonferenz zum Thema Berg Isel Neu beiwohnen durfte. Die wilde Hilde war Bürgermeisterin, Wallis Schwiegersohn Landeshauptmann. Bevor die Pressekonferenz startete, kam ein ÖVP – Lakai hereinspaziert um die Presse über die Gepflogenheiten im Land Tirol aufzuklären. „Servus, schen dass da seids. Oans sog i ench: wer a schlechts Wort übern Landeshauptmann oder die Bürgermeisterin schreibt, mit dem redn mia koa Wort mehr.“ No comment!

Unsere Politiker der regierenden Parteien haben quasi Narrenfreiheit. Das Schlimmste das passieren kann ist, wenn im Haus und Hofblatt TT mal ein kritischer Randkommentar abgedruckt wird. Schreibt ein Medium, das verkaufen muss (zum Glück müssen wir das nicht:-)), schlecht über Schwarz, wars das mit Interviews, Einladungen und sonstigen Selbstverständlichkeiten des journalistischen Alltags. Dass gewisse Herren keinen Termin mit dem Landeshauptmann bekommen und auch keine Reaktion ernten, ist da nur logisch. Dass die veröffentlichten Leserbriefe der Tiroler Tageszeitung aber einem gewissen Muster entsprechen müssen, ist nicht OK. Ebenso wenig dass viele Themen der Öffentlichkeit unter dem Druck unserer Landesregierung vorenthalten werden. Von der einseitigen Berichterstattung mal ganz zu schweigen.

Wir sprechen hier nicht von Untergriffen und wüsten Beschimpfungen, sondern von Tatsachen, die, auch wenn gut recherchiert an die Redaktion von Krone und TT weitergeleitet, schlicht und ergreifend nichtmal beantwortet werden. Was eine Stufe unter dem Landeshauptmann am Landhausplatz abgeht, ist schlicht und ergreifend einer Demokratie nicht würdig. Darüber schreiben darf man aber nicht. Das wird dann schon mal unter der Wahrnehmungsschwelle der Öffentlichkeit gehalten und behandelt. Ist ja auch gut so…. wie sollte man denn auch sonst die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten, bei soviel Schwein(sag)ereien….