Radsportland Tirol – #FAIL

Die Tirol Werbung probiert seit Jahren, sich als Radland zu positionieren. Klar, schließlich wollen auch im Sommer die Betten gefüllt werden, die sich im Winter von selbst verkaufen. Heute fand ich auf tourismuspresse.at erneut eine Meldung der Tirol Werbung, der mich fast zur Weißglut treibt. Nicht nur dass von der TW Seilschaften gepflegt werden, es wird auch dilettantisch und am Sinn der Sache vorbei gearbeitet. Joe Margreiter fährt gerne Rennrad, also sollen es die Touristen gefälligst auch tun!

Rennradadfahren in Tirol ist wie Skifahren am Gardasee

Tirol ist soweit vom Radland entfernt wie der Gardasee von der Skiregion. Klar, man kann am Gardasee auch Skifahren, am Monte Baldo gibt es Schnee und Lifte. Trotzdem wird die Sache nicht von durchschlagendem touristischen Erfolg geprägt sein. Genauso verhält es sich mit dem Radsportland Tirol. Das Wetter ist in unseren Breitengraden einfach zu wechselhaft, um ernsthaft jemandem einen Radurlaub in Tirol antun zu können. Die Vielfalt an Straßen ist nicht gegeben, von Radwegen wie man sie etwa in Südtirol oder der Schweiz vorfindet mal ganz zu schweigen.

Werbestrategie der Tirol Werbung: #FAIL

Was unternimmt man nun bei der Tirol Werbung? Man bewirbt dieses minderwertige Produkt eifrig. Thomas Rohregger, ein seit Jahren erfolgloser Radprofi, wird als Testimonial für das Radland Tirol hergenommen. Events wie der Giro d`Italia und die Tour de Suisse werden nach Tirol gelotst, sogar die Tour de France soll kommen. Dabei ist der Profiradsport, auch wenn Radfahren selbst boomt, am absteigenden Ast was das Publikumsinteresse betrifft. Joe Margreiter selbst unternimmt immer mal wieder Dienstreisen mit Freunden zur Tour de France oder zum Giro d`Italia. Schön, wenn man Hobby und Beruf verbinden kann.

Rennrad Destination St. Anton: #FAIL

St. Anton am Arlberg, im Winter Top, präsentiert sich als Raddestination. Interessant, mir wäre es bisher noch nie aufgefallen, dass man am Arlberg besonders toll rennradfahren kann, geht es doch auf beiden Seiten erstmals über eine verkehrsreiche Straße bergab. Mit der Nähe zu Straßen wie dem Kaunertaler Gletscher wird geprahlt. Warum dann nicht im Inntal residieren? Für den Kunden wäre es einfacher. Nur ist es leider mal so, dass der Tourismusverband St. Anton ein mächtiger ist und die Betten seiner Mitglieder vollbekommen muss.

Werbung gut + Produkt schlecht = keine Gäste

Also stimmt sie schon mal, die Marketingmaschinerie. Nur eben das Produkt nicht. Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie man das Radland Tirol bewirbt, sollte man sich zuerst darüber Gedanken machen wie man Tirol zum Radsportland macht. Einmal im Jahr den Ötztaler Radmarathon zu organisieren wird wohl nicht genügen.

Lieber Joe Margreiter, fahr doch einfach mal nach Südtirol oder in die Schweiz um dort radzufahren. Die Radwege dort sind top gepflegt, was man von unseren in Nordtirol nicht gerade behaupten kann. In der Schweiz werden Tunnelumfahrungen für Radfahrer gebaut. Und bei uns? Führen Radwege zwischen Äckern hindurch. Im Frühling sind sie nicht zu befahren vor lauter Dreck und Schlamm.

Mountainbike Zug abgefahren

Was man in Tirol machen kann, und zwar sehr gut, ist Mountainbiken. Hier allerdings hat man es in den Neunziger Jahren verpasst, sich als Destination zu profilieren. Die Mountainbiker tummeln sich mittlerweile am Nordende des Gardasees. Bei uns gelten noch immer auf vielen Forstwegen Fahrverbote, Bauern und Jäger haben eben mehr Rechte als Radfahrer.

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