Ein 5 Millionen Euro Schatz in Tirol? Bei uns im Unterland sollen wirklich 5 Millionen Euro vergraben sein? Wahrheit oder ein billiger Marketing-Trick der Tirol Werbung??

Bei der Suche nach Topneuigkeiten aus Tirol fällt es mir in letzter Zeit schwer, etwas Brauchbares zu finden. Das Sommerloch ist schon jetzt spürbar und das traumhafte Wetter draußen hält sowieso alle normalen Menschen vom Internet fern. TT und ORF.Tirol bringen derzeit auch nur langweilige Schlagzeilen ans Tageslicht – mehr als die Headline „Schülerin vom Garagendach gestürzt“ und ein pobliges Video zum Public Viewing in Innsbruck sind nicht drin.

5 Millionen modrig stinkende Euros

Tiroler-schatz2Einzig und alleine die Schlagzeile um den angeblichen 5 Millionen Euro Schatz in Tirol hat mein Interesse geweckt. Ein ehemaliger Vermögensverwalter der deutschen DAB-Bank zweigte vor ein paar Jahren insgesamt 5 Millionen Euro von Kundenkonten ab. Der Verwalter wurde ausfindig gemacht – das Geld nicht. Nachdem er seine Haftstrafe abgesessen hat, waren natürlich gleich Detektive an seinen Fersen – beauftragt von der DAB-Bank. Die will ihr Geld verständlicherweise zurück haben.

Der Vermögensberater führte die Detektive in ein Waldstück bei Ebbs. Mitten in der Nacht ist er dort mit einer Taschenlampe bewaffnet umhergewandelt. Ein paar Tage später habe er einem Gläubiger in Deutschland 100.000 Euro zurückgegeben – in modrigen 500 Euro Scheinen. DER BEWEIS! Das Geld ist in Tirol vergraben!

Goldgräbertourismus in Tirol

Nichts wie los, heißt es jetzt, und das Geld suchen! Goldgräberstimmung in Tirol! Die Tirol Werbung spielt schon mit dem Gedanken, die ganze Geschichte als Sommerslogan zu verwerten um das bestimmt bisher schlecht laufende Sommergeschäft noch anzukurbeln. Die Hotels in Ebbs und Kufstein freuen sich über diese tollen Nachrichten und hoffen auf Rekordeinnahmen. Ganze 40 Prozent Finderlohn verspricht die DAB-Bank. Da wird es sich schon der ein oder andere Sparfuchs aus Deutschland überlegen, seinen Sommerurlaub im Unterland zu verbringen.

Oder ich begebe mich selbst auch noch auf die Suche und behalte dann den ganzen Schatz für mich. Die modrigen Geldscheine werden gegenüber den anderen dreckigen Euro-Scheinen kaum auffallen, schon gar nicht, wenn ich sie als gönnerhafter Spender / Lobbyist / Erpresser einem Bürgermeister im Kaunertal zur Verfügung stelle. Das hätte sich der Vermögensverwalter vielleicht auch mal überlegen sollen, dann müsste er jetzt nicht armseelig nachts nach stinkenden, halb verrotteten Geldscheinen suchen, sondern wäre irgendein hohes Tier bei der TIWAG
Also, ich bin dann mal weg…ihr findet mich im Wald!