Ski-WM in Schladming: Desaster der Superlative?

Hui, die ersten Tage der alpinen Ski Weltmeisterschaft in Schladming waren alles andere als berauschend. Nachdem die FIS die Weltöffentlichkeit mit ihrem 15-Minuten-Verschiebungs-Marathon an der langen Leine gehalten hat, nur um später gegen 14:30 bei schlechter Sicht gerade mal die Hälfte des Fahrerfelds ins Tal zu lassen, hagelt es von der internationalen Fachpresse Kritik. Das Ganze lässt sich mit dem folgenschweren Sturz von Lindsey Vonn noch mehr dramatisieren und sorgt überhaupt nicht für Begeisterung.

Dabei ist es ganz interessant zu beobachten, wie unsere Staatspresse in der Heimat versucht, die Spiele in den Himmel zu jubeln, wohingegen bei anderen Medien ein ganz anderer Ton vorherscht: Hier ein paar Auszüge:

Screenshot vom 07.02.2013 auf www.sport1.de: Desaster statt Superlative: Österreich hat den Blechsalat

Es sollte eine riesige Party werden – und entpuppte sich schon am ersten Tag als Trauerspiel: Die Ski-WM in Schladming krankt an sturer Perfektionssucht. Die Leidtragenden sind die Sportler, wie der Sturz von Lindsey Vonn zeigt. Sie können kaum auf Rücksicht der Veranstalter hoffen.

Spiegel Online: Ski WM in Schladming, Tragödie statt Spektakel

Screenshot vom 07.02.2013 auf www.sueddeutsche.de: Ski-WM in Schladming: Kopfschütteln zum Auftakt

Screenshot vom 07.02.2013 auf www.wirtschftsblatt.at: Ski-Skandal und Pseudo Interviews

ORF: „Massenhysterie“

Rot-Weiß-Rot war jedenfalls allgegenwärtig – auf Zehntausenden Fähnchen, Transparenten und selbstverständlich auf den Wangen der Fans. Sympathische Massenhysterie mit Gänsehautfaktor – man kann sich nur schwer entziehen. Wenn die WM dann am 18. Februar vorbei ist, können auch jene aus der Stadt „geflüchteten“ Einwohner, die nichts mit dem „Zirkus“ zu tun haben, wieder in ihr beschauliches Schladming zurückkehren.

ORF online: „Jetzt gehts los“

Es ist also ganz deutlich: Die Ski-WM in Schladming wird extern ganz anders wahrgenommen, als von unserem „Staatsfunk“ berichtet. Ob die Verantwortlichen der FIS den Super-G vom Dienstag auch heute noch durchführen würden, darf bezweifelt werden – schließlich haben es die Veranstalter jetzt ganz schwer, die versprochenen „Spiele der Herzen“ wirklich noch abzuliefern. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, jemals von der Ski-WM in St. Anton 2001 oder anderen Weltmeisterschaften so schlechte Kritiken gelesen zu haben…

 

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