Der neue Innsbrucker Einkaufstempel öffnete viel gepriesen und wurde an den ersten Tagen regelrecht gestürmt. Abgesehen davon, dass sich die schlaue Leserin und der adrette Leser fragen, warum fast 40.000 Personen an einem ganz normalen Arbeitstag Zeit haben, stundenlang anzustehen, zu schauen und zu bummeln … wird bei einem Lokalaugenschein manches sichtbar, das zu einem negativen Erlebnis führt.

Tyrol1
Rolltreppen im KH Tyrol sind für Mütter mit Kinderwägen und Rollifahrer ein Hindernis

Kaufhaus Tyrol: Wenn Einkaufen zum Erlebnis wird

Man betritt das stararchitekt-designte Kaufhaus Tyrol und wird zunächst einmal olfaktorisch begrüßt: Die offenen Lokale blasen deftige Kochdüfte in die Luft und miefen auch noch im Dessousgeschäft nachhaltig. Dann kommt gleich zentral die Rolltreppe: wer diese nicht benützen will, stößt weit weg auf 2 Lifte, die dem Ansturm kaum gewachsen sind: Frau oder Mann mit Kinderwagen kommen mit der Rolltreppe nicht so leicht zurecht – die Muskelkraft für das Waagerecht-Halten des sperrigen Gefährts reicht nicht bis ans Ende der Rolltreppe. Wie’s wohl einem Rollstuhlfahrer geht?

Jetzt muss ich auch noch aufs WC: doch wo sind die Anlagen? Die Info kann ich versteckt (bitte brauch mich nicht) finden. Im 4. oder 5. Stock! Ah, das soll wohl reine WC-Besucher abhalten und alle mit Druck auf der Blase zunächst bei den Geschäften vorbei bringen – man könnte doch noch zu einem Einkauf verführt werden.

So gehe ich letztlich frustriert und enttäuscht aus dem Kaufhaus Tyrol und komme bei der nächsten „Geiz ist geil“-Aktion wieder nicht vorbei , denn wer zu viel spart ist den Einkauf nicht wert.

Der Oldie Sillpark im Vergleich

Nicht weit entfernt gehe ich schlussendlich in den doch schon reiferen Sillpark. Links vorm Eingang ist eine etwas übertrieben wirkende Strandbar aufgebaut. Im Innenteil kann ich mich aber klar orientieren. Die Info liegt zentral und empfangsbereit. Die Glasaufzüge sind zentral positioniert und laden auch Menschen  mit Handicap und Zubehör zur Nutzung ein. Zusätzlich stehen noch sechs weitere Aufzüge für „Einkaufswagen-Begleitung“ zur Verfügung.

Stilles oder stinkendes Örtchen

Na dann checken wir doch noch gleich WC Anlagen. Im 1. und 2. Stock, zentral gelegen und ausreichend vorhanden. Der Geruch ist allerdings etwas strenger als beim jungen Mitbewerber. Dafür kann ich im 1. Stock ein Geschäft betreten und im Parterre wieder verlassen. Weil Elektrogeschäft gibt es hier keines.

Liebe Leser,

macht euch bitte euer eigenes Bild. Nicht aus Presseberichten sondern aus persönlichen Erfahrungen.

[nggallery id=7]

Titelbild: WoPic
Alle anderen Bilder: Tirol Blog