Ungebremster LKW Transit in Tirol

transit tirolKeine andere Region in den Alpen ist so stark vom Transit betroffen wie Tirol. Seit dem Finanz- und Wirtschaftskrisenjahr 2009 (-10%) steigt die LKW-Verkehrsbelastung wieder kontinuierlich an. Frustrierend für alle Betroffenen ist auch die Tatsache, dass die Bahn im Güterverkehr über die Brennerachse auf ihren niedrigsten Wert seit 2007 zurückgefallen ist.

Der im Juni 2013 erschienene offizielle Verkehrsbericht vom Land Tirol zeigt es deutlich: Über den Brenner brausten 2012 wieder zwei Millionen LKWs, auf der A12 im Unterinntal sind es über 2,6 Millionen. Die Brennerachse ist mit Abstand der am stärksten frequentierte Alpenübergang.

7.000 LKWs täglich sorgen neben Lärm zwangsläufig für eine scheußliche Luft entlang der Transitachse. Das zeigen auch die Messstellen, mit denen regelmäßig Grenz- und Zielwertüberschreitungen von Luftschadstoffen gemessen werden. Neben Feinstaub gilt Schwefeldioxid (NO2) als besonders gesundheitsschädlich, im Jahr 2012 gab es an 58 Tagen eine NO2-Zielwertüberschreitung an der A12 Raststätte in Vomp. Da nützt auch das 100 km/h Geschwindigkeitslimit für PKWs (IG-L) relativ wenig, das viele Autofahrer auf die Geduldsprobe stellt.

Wir alle kennen die Forderungen des Transitforums Austria-Tirol, dieses erinnert uns auch regelmäßig, dass das Inntal von Kufstein bis Zirl seit vielen Jahren das größte Luftsanierungsgebiet innerhalb der Europäischen Union ist.

Die Schweizer, unsere westlichen Nachbarn haben es zu Stande gebracht, mehr als zwei Drittel des Alpentransits auf die Schiene zu verlagern, in Tirol sind es gerade einmal 27%. Insbesondere für das beliebte Urlaubsland Tirol sind rasch wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Natur gefragt. Lassen wir uns überraschen (oder besser gesagt enttäuschen?) was die von uns gewählten Volksvertreter einer mächtige Transitlobby entgegenzusetzen haben…

Quelle: http://www.suedtirol-tirol.cc/zunahme-lkw-verkehr-09-12/

Schlagwörter: , ,