In der Innsbrucker Sillschlucht werden gerade Kindheitserinnerungen zerbohrt. Der Stollen des Brennerbasistunnel hat sich ganz grausam über den Fußballplatz hergemacht. Kein Kicken, kein Grillen, keine…. ääääh… Sandler mehr in der Sillschlucht.

Brenner Basistunnel: Sinnvoll oder Schnapsidee?

Davon mal ganz abgesehen. Welchen Sinn macht der Brenner Basistunnel wirklich? Prinzipiell bin ich natürlich schon dafür, die Verkehrslawine die durch Tirol rollt auf Schiene zu bringen. So wie es jetzt läuft, kann es nicht mehr weitergehen. Seitdem aber 2006 der Spatenstich für das Monsterprojekt erfolgt ist, ist außer einer großen Baustelle noch nicht wirklich was passiert.

Dank EU ist es dem kleinen Österreich nicht erlaubt, Schwerverkehr auf die Schiene zu zwingen. Wir können nichtmal nach eigenem Ermessen Maut beheben. Eh klar, Italien und Deutschland haben zwar nicht mehr zu bieten, aber noch immer mehr zu sagen im Konglomerat der Bananenrepubliken die sich gemeinsam zur EU zusammengerottet haben. Und wenn man ums Verrecken nicht will, dass Transporte auf der Achse Berlin – Rom (historische Zweideutigkeit wird hier bewusst in Kauf genommen) teurer werden, dann können die Tiroler Kopf stehen und Herr Gurgiser Theater auf der Autobahn veranstalten wie er will. Dass unsere Politiker Cojones hier wie auch sonst allzu oft vermissen lassen und vor der EU knien wie das Kaninchen vor der Schlange, spielt den Frächtern zusätzlich in die Karten.


Brenner Basistunnel vs. Gotthard Basistunnel

In der Schweiz kann man hierüber nur lachen. Der Gotthard Basistunnel, der mit 57 km Länge dem Brennerbasistunnel um 2 km den Titel „Längster Tunnel der Welt“ abläuft, wird mit Sicherheit ein Erfolg. Nicht nur wird es für Frachter in Zukunft schneller sein im Tunnel Richtung Milano zu zischen, dank der hohen Abgaben in der Schweiz für Schwerverkehr wird es auch finanziell interessant.

8 Milliarden Euro Friedhof

Der Brenner Basistunnel könnte hingegen zum Friedhof für die stolze Summe von 8 Milliarden Euro werden. Spielen wir das ganze mal durch. Frächter von Hamburg nach Neapel überquert die Grenze bei Kufstein, hat entweder die Chance sich auf den Zug zu stellen oder schnell mal für maximal 30 cent pro Kilometer und 46 € für die 35 km Brennerautobahn durch Tirol nach Italien zu zischen. Hmmm, welchen Weg wird man wohl wählen?

Fakt ist, und das beweist auch der Artikel des Brenner Basistunnel auf Wikipedia, ohne Gesetze und Gebühren die den Schwerverkehr zwingen auf die Schiene umzusteigen, ist es maximal schade um den Fußballplatz und die 8 Milliarden Euro.