Weniger Autoverkehr für weniger Feinstaub

Citymaut Innsbruck

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Winterzeit ist Feinstaubzeit. Auch wenn vom Schnee noch nichts zu sehen ist, das Dauerhochdruckwetter hinterlässt seine Spuren bereits im November in der Luft. Nun kann man natürlich gar nicht gegen dieses Faktum argumentieren. Etwas dagegen zu unternehmen wird uns über kurz oder lang auch nicht erspart bleiben. Die Frage ist nur: werden wir es schaffen, den eigenen Schweinehund zu überwinden und das Auto öfter mal stehen zu lassen? Die Politik ihrerseits wird sich natürlich auch etwas überlegen müssen, um den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen. Die Arbeitsgemeinschaft Innsbrucker Nahverkehr hat in einer Pressemeldung (wieder)mal ein paar Vorschläge gemacht, die wir euch wertfrei am Tirolblog zur Verfügung stellen möchten.

Der gefährliche, krebserregende Feinstaub ist im Moment wieder in aller Munde und leider auch Lungen. Etwa 40% davon erzeugt der Autoverkehr.
Aktive Einschränkung des Autoverkehrs bei gleichzeitiger Förderung des Umweltverbundes (S-Bahn, Tram, Bus, Fahrrad, Zufußgehen) ist ein Rezept gegen schlechte Luft, das sich in vielen europäischen Städten bereits bewährt hat.

Der Ausbau der Straßenbahn alleine reicht nicht. Innsbrucks Verkehrspolitik muss sich klarer als bisher am Umweltverbund orientieren und den in den 1990ern bereits einmal erfolgreich eingeschlagenen Weg der aktiven Zurückdrängung des Autoverkehrs wieder aufnehmen.

Unsere Vorschläge zur Lösung des Problems (zur Umsetzung in dieser Reihenfolge):

1. Dosierung des Autoverkehrs bei Bedarf über Pforten (siehe Karte 1)
Bereits bestehende Ampelanlagen an Stadteinfahrten und Hauptstraßen können dazu verwendet werden, den Autoverkehr im Bedarfsfall anzuhalten. Damit wird nicht nur die Schadstoffbelastung reduziert, sondern auch sichergestellt, dass der öffentliche Verkehr weiterhin funktioniert.
Da für diese Maßnahme nur Adaptierungen des vorhandenen Straßenraums (v.a. neue Busspuren in den Stauräumen) und Programmierung der Ampelanlagen notwendig sind, wäre sie kostengünstig zu realisieren.
2. Umweltzone – was 48 deutschen Städten hilft, hilft auch Innsbruck
Graz, eine in jeder Hinsicht mit Innsbruck vergleichbare Stadt, hätte sie schon eingeführt, wenn das Land Steiermark nicht dagegen wäre – und auch Innsbruck braucht sie.
Autos und Motorräder mit hohem Schadstoffausstoß werden dadurch verbannt. Diese Maßnahme wirkt nicht ewig, aber einige Jahre lang, bis diese Fahrzeuge ohnehin von den Straßen verschwinden.
3. Citymaut (siehe Karte 2)
Als dritte und effizienteste Maßnahme werden Privatfahrten in der Kernstadt bemautet.
Die in Punkt 1 beschriebene Dosierung ist auch an den Mautportalen möglich.
Die notwendigen Bauten und technischen Installationen refinanzieren sich durch die Maut- einnahmen. Nach Erreichen des Break-Even nach einigen Jahren können die Mittel z.B. zum weiteren
Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Radwegenetzes verwendet werden.

Parallel dazu:
– Abschaffung des Kernzonen-Aufpreises für Umsteigende aus der Region
– Erhöhung der Parkgebühren in den städtischen Kurzparkzonen
– Rascher Bau der geplanten, aber bis dato noch nicht umgesetzten zusätzlichen S-Bahn-Stationen
– Errichtung folgender Park-and-Ride–Anlagen mit Schienenanbindung (Tram, S-Bahn): – Kranebitten (Regionalbahn und Buslinien)
– Autobahnanschluss Süd (Linie STB)
– Autobahnanschluss Mitte (Linie 1 und Buslinien) – Rum Metro (Regionalbahn und Buslinien

Wir fordern Innsbrucks Stadtregierung und die zuständigen BeamtInnen im Magistrat auf, nicht länger untätig zuzusehen und jetzt endlich Maßnahmen zu ergreifen – auch wenn diese für AutofahrerInnen unpopulär sein mögen. Das Feinstaub-Problem wird sich nicht von selbst lösen!

FEinstaub Tirol

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