Zum Speibn, die Mitzi!

Als vor wenigen Wochen die Regierungsmitglieder vorgestellt wurden und es klar war, dass die Fekterin neue Finanzministerin wird, stellte es mir, mit Verlaub, die Grausbirnen auf. Beim Durchlesen des heutigen Interviews in der TT musste ich mich einmal mehr über die journalistischen Fähigkeiten des Interviewers wundern.

Im Konkreten spreche ich dabei, das Thema Vermögenssteuer an, dass der ÖVP immer schon ein Dorn im Auge war, und auch jetzt von Frau Fekter kategorisch abgelehnt wird. Laut ihrer Meinung würde man mit einer Vermögenssteuer den „Mittelstand, der wie eine Zitrone ausgepresst wird, noch weiter auspressen.“ Dazu gibt sie folgende Erläuterung:

„Von den leistungsabhängigen Steuern ist eine sehr große Gruppe total befreit. Das führt dazu, dass der leistungsfähige Mittelstand überproportional belastet wird; und zwar gleich dreifach: durch die Progression, durch den Umstand, dass er verhältnismäßig geringe Transferleistungen bekommt und durch Wertpapier-, Sparbuch- und andere vermögensbezogene Steuern. Der Staat greift also gleich dreifach bei einer relativ kleinen Bevölkerungsgruppe zu.“

Wer ist der Mittelstand?

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Der Interviewer lässt eine ganz essentielle Frage in diesem Zusammenhang aus, die wir hier gerne stellen würden. Liebe Schottermitzi:

Wer bitte ist der Mittelstand? Ich zähle mich definitiv dazu. Durchschnittliches Einkommen, durchschnittliche Wohnung mit Durchschnittskredit, ein Auto, ein Kind… wie durchschnittlich darf es sein?

Meine Frage nun: wie sehr könnte mich eine Vermögenssteuer treffen? Ob ich auf meine paar ersparten Kröten ein wenig mehr Kapitalertragsteuer zahle oder nicht, spielt nun wirklich keine Rolle. Mein Restvermögen könnt ihr besteuern wie ihr wollt, da ist nichts zu holen. Und so geht es wahrscheinlich der Mehrheit der Tiroler und Österreicher.

Wen träfe die Vermögenssteuer wirklich?

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Eine höhere Besteuerung von Vermögen und Gewinnen aus Kapitalerträgen träfe nicht den Mittelstand. Das ist Unsinn, mit dem man uns Mittelständler vertrösten will. Die höhere Besteuerung von Kapital, Grund und Boden träfe die, die ohnehin genug haben. Die Reichen würden damit zur Kasse gebeten. Diejenigen, die ihr Geld für sich arbeiten lassen können. Oder besser gesagt: Die, bei denen viel zu holen wäre, ohne dass sich ihre Lebensqualität verschlechtern würde. Oder noch besser gesagt: Das Stammklientel der ÖVP.

Dafür wird mal wieder gegen „die da unten“ getreten. „Von den leistungsabhängigen Steuern ist eine sehr große Gruppe total befreit.“ Diese „große Gruppe“, wie lebt die denn? In Saus und Braus auf Kosten des Mittelstands?

Liebe Leser: wir bitten nicht um viel. Wir bitten euch aber darum, Aussagen von Politikern wie Frau Fekter kritisch zu betrachten. Haltet bei der Lektüre solcher Artikel inne und fragt euch: bin ich der Mittelstand? Würde mich eine Vermögenssteuer hart treffen, oder ist mein Vermögen gar nicht so groß, dass das eine Rolle spielt? Ist es gerecht, dass ich von meinem Lohn zwischen 30 und 50% an Abgaben und Steuern zwischen Brutto und Netto zu zahlen habe, während Kapital mit 25% besteuert wird?

Wir danken für die Aufmerksamkeit!

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